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Iran

Iran

Der Iran (Persien, persisch: ایران //) ist ein Staat im westlichen Asien.

Landesname

Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens, Aryanam, bedeutet Land der Arier. Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz. Von ihr leitet sich auch der Name Farsi für die persische Sprache ab. Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland, über den Staat Iran hinaus also auch auf Regionen von Nachbarländern.

Geografie

Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km). Der höchste Berg des Irans ist der 5.610 m hohe, erloschene Vulkan Damavand (Demawend) im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran. Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Golf von Oman bzw. Persischen Golf, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz (Vereinigte Arabische Emirate, Oman) getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)

Klima

Erdbeben Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao. Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr.

Vegetation

53 % des Irans sind Wüstengebiet (Kavir im Norden, Lut im Süden, siehe Wüsten Afghanistans und Irans), 27 % Weideland, 9 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald. Die Wälder sind zumeist übernutzt, zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer finden sich aber großflächige Urwälder der Buche, die sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten haben.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 51 % Persern, ca. 24 % Aserbaidschanern, ca. 7 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 3 % Araber, 2 % Turkomanen, 2 % Luren und 2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier. Insgesamt bekennen sich 98 % der Bevölkerung zum Islam; 90 % davon sind Schiiten und 8 % Sunniten. Daneben leben im Iran zahlreiche Flüchtlinge: 2 Millionen aus Afghanistan und 203.000 aus dem Irak. 20.000 Iraner befinden sich als Flüchtlinge im benachbarten Irak. Zu den größten Städten (über 700.000 Einwohner) zählen Teheran (7,1 Mio.), Mashhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karaj (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiraz (1,2 Mio.), Qom (1,0 Mio.), Ahwas (850.000) und Kermānschāh (770.000). Siehe auch: Liste der Städte im Iran

Sprachen

Amtssprache des Irans ist Neupersisch, lokal auch Farsi genannt. Sie ist eine indogermanische Sprache und zugleich die Wichtigste unter allen iranischen Sprachen, die gemeinsam mit den Indischen Sprachen den Ostindogermanischen Sprachast bilden. Persisch ist in der Entwicklung ihrer Grammatik, sprich in der Vereinfachung, sogar noch weiter vorangeschritten als das Englische. Persisch ist zwar die einzige Amtssprache des Irans, die etwa von 58 % der iranischen Bevölkerung gesprochen wird, sie ist jedoch nicht die alleinige Landessprache. Der Anteil der Aserbaidschanisch-, und Turkmenisch-Sprecher wird mit 26 % beziffert; Kurdisch mit 9 %; Lurisch mit 2 %; und andere, darunter Arabischsprecher, mit 1 %.
- Iranische Sprachen: Persisch (Dari), Lorī, Kurdisch, Belutschi, Tajik
- Turksprachen: Aserbaidschanisch, Turkmenisch.
- Armenisch

Religion

Der schiitisch/safawidische Islam ist Staatsreligion. Knapp 95 % der Bevölkerung sind Muslime (89 % Shiiten, 5 % Sunniten und 1 % andere muslimische Gruppen, vorwiegend Kharidschiten und Sufis). Daneben gibt es orientalische Christen (1.500.000), Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche (500.000), assyrische Christen (500.000), syrische Christen (300.000), Kopten (100.000), andere Christen (100.000), Juden (150.000), Parsen (480.000), Mandäer (218.000), Jesiden (55.000), Sikhs (20.000), Drusen (82.000) und ca. 300.000 der im Iran als ketzerisch bezeichneten Baha'i, deren nach dem Islam entstandene Buchreligion im Iran nicht als solche anerkannt wird, was teils blutige Pogrome und Hinrichtungen zur Folge hat.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Iran Der heutige Staat Iran (Iran bedeutet in den westiranischen Dialekten soviel wie Land der Arier; das ostiranische Äquivalent dazu ist Aryana) befindet sich auf dem Gebiet, das man im deutschen Sprachgebrauch lange als Persien bezeichnet hat. Die geografische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden. Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden. Seit dem Mittelalter folgten auf das islamische Kalifat, welches das Sassanidenreich zertrümmerte (siehe Islamische Expansion), verschiedene einheimisch-persische, mongolische und türkische Dynastien bis zu den Safawiden, Kadscharen und dem heutigen Staat Iran. Der Iran trat als Monarchie mit einem Schah als Oberhaupt und bald auch mit einer eigenen, freien Regierung in die Neuzeit ein. Mit Reza Schah Pahlavi (Reza Chan) begann 1921 unter dem Einfluss von Großbritannien eine politische Neuorientierung Persiens in Richtung Westen. Dabei nahm der Kontakt zwischen Herrscher und Volk immer mehr ab. Die Unzufriedenheit im Land stieg. Die Wut konzentrierte sich zunächst auf Großbritannien. Ein Zweckbündnis mit Deutschland und das erstarkte Selbstverständnis des neugeordneten Staates veranlassten den Schah, die internationale Staatengemeinschaft aufzufordern, den seitens der Briten hartnäckig als "Persia" bezeichneten Iran als IRAN zu bezeichnen; dem Landesnamen, unter welchem es den Persern seit Jahrhunderten ein Begriff war. Durch den mit dem Öl verknüpften Reichtum entwickelte sich Iran zur Regionalmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Mohammed Mossadeghs, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische BP, die das Ölgeschäft im Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft hälftig mit dem iranischen Staat zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die USA und Großbritannien, was im weiteren Verlauf zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ergebnisse wählte das Parlament später in demokratischer Wahl Mossadegh zum Präsidenten des Landes. Der 1941, ursprünglich gegen den Willen der USA, als Nachfolger seines Vaters ins Amt gekommene Schah, Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn Reza Schahs, stellte sich mit Unterstützung der USA gegen Mossadegh und sprach sich für ein Handelsabkommen mit den USA aus. In diesem sollten Ölförderrechte an US-amerikanische Unternehmen übertragen und dem Iran 50 % des Gewinns aus dem Ölgeschäft zugesprochen werden (mit der britischen BP waren es ca. 5 %). Mossadegh weigerte sich, da er den mit dem Öl verbundenen Reichtum des Iran im Lande behalten wollte. Es kam zu Unruhen und Spannungen zwischen Shah und Mossadegh. Letzterer hatte jedoch großen Rückhalt im Volk, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 das Land zu verlassen. Dennoch organisierten monarchistische Kräfte unter Führung des Generals (i. R.) Fazlollah Zahedi einen Staatsstreich (militärisch unterstützt von den USA) und holten den Schah wieder zurück an die Macht. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Ministerpräsident, schloss neue Verträge mit den USA ab. Diese hielten bis zur ersten Ölkrise, hervorgerufen durch deutliche Preiserhöhungen des Irans, an. Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979) leitete zwar die "weiße Revolution" ein, verlor aber in der Folgezeit seiner Herrschaft zunehmend den Kontakt zum Volk. Anfang 1979 musste er infolge einer islamischen Revolution endgültig den Iran verlassen. Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück, etablierte sich als oberste Autorität des Staates und transformierte das Kaiserreich Iran bzw. Persien (offizielle Bezeichnungen des Landes bis 1979) in eine Islamische Republik. Seine Politik war geprägt durch eine fundamentalistische, stark antiwestliche Linie. Von 1980 bis 1988 befand sich das Land in einem Krieg (erster Golfkrieg), nachdem der Irak das Land angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Irans lockerte sich erst Ende der 1990er. Seit 2005 ist der Iran zusammen mit Indien, Pakistan und der Mongolei Beobachter bei der Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Politik

Seit der Revolution von 1979 ist der Oberste Rechtsgelehrte ("Revolutionsführer") entweder der Rahbar (i. e. Führer) oder in seiner Abwesenheit ein Rat religiöser Amtsträger. Der Revolutionsführer, seit 1989 Seyyed Alī Chāmene'ī, hat die uneingeschränkte Macht und ernennt die obersten Richter (alle Prediger) und ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt. Dieser wird wiederum alle acht Jahre vom Volk gewählt, wobei der Wächterrat die Kandidaten genehmigen muss. Das Staatsoberhaupt und Regierungschef des Irans ist der Präsident (seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad). Er wird in allgemeinen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit bestimmt und ist gleichzeitig Regierungschef. Der Präsident ernennt die Mitglieder des Kabinetts und steht diesem auch vor. Er koordiniert die Regierungsarbeit und legt dem Parlament die Regierungsvorlagen vor. Die Macht von Präsident, Regierung und Parlament ist jedoch stark beschränkt, denn alle zu wählenden Kandidaten und alle Gesetze müssen vom Wächterrat bestätigt werden. Zudem hat in allen Fragen das letzte Wort der Revolutionsführer. Der Wächterrat besteht aus 6 religiösen Geistlichen und 6 weltlichen Rechtswissenschaftlern. Die Geistlichen werden vom Revolutionsführer ernannt. Ihre Aufgabe ist es, jedes Gesetz auf seine Konformität mit den islamischen Prinzipien hin zu überprüfen. Die Juristen werden vom Obersten Richter, dem Chef der Judikative ernannt. Ihre Aufgabe ist es, die Verfassungskonformität legislativer Akte zu überprüfen. Der Oberste Richter seinerseits wird vom Revolutionsführer ernannt. Der Wächterrat ist befugt, jedes Gesetz abzulehnen oder im Nachhinein für ungültig zu erklären, und Kandidaten die Teilnahme an der Wahl für das Parlament und das Präsidentenamt zu verweigern. Der Wächterrat entscheidet per einfacher Mehrheit. Bei gleichen Stimmanteilen hat der Revolutionsführer das letzte Wort. In der iranischen Verfassung Artikel § 57 wird die staatliche Gewalt, Legislative, Exekutive und Judikative, der religiösen Führung (welayat-e faghi) unterstellt. Alle drei Gewalten sind somit nicht autonom in ihren Entscheidungen, sondern abhängig vom geistlichen Führer "Rahbar". Das iranische Einkammer-Parlament (Islamischer Konsultativrat; persisch Majles e-Shura ye-Eslami) besteht aus 290 Abgeordneten, die in allgemeinen, direkten und geheimen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit gewählt werden. Wegen der Auswahl des Wächterrates wird das Parlament (außer von 2000-2003) von den islamisch-konservativen Kräften dominiert. Mit dem überraschenden Wahlsieg Mohammad Chātemīs 1997 etablierte sich die politische Bewegung der Reformer im iranischen Parlament. Sie stehen dem religiösen Machtmonopol kritisch gegenüber und versuchen, die republikanischen Elemente des Staates zu stärken. So gelang es Chatemi zu Beginn seiner Amtszeit, eine Liberalisierung der nationalen Presse durchzusetzen. Die systemkritischen Stimmen bekamen dadurch ein öffentliches Organ, um ihrem Reformwillen Nachdruck zu verleihen. Das Aufleben der Pressefreiheit dauerte allerdings nicht sehr lange an. Der Wächterrat macht die Gesetze mit Verweis auf Unverträglichkeit mit dem Islam rückgängig und blockierte fortan nahezu alle Reformversuche des Parlaments. Seitdem sehen sich die Reformer mit großen Vertrauensverlusten in den reformwilligen Bevölkerungsgruppen konfrontiert. Die Enttäuschung über die Ohnmacht des Parlaments führte bei den letzten Kommunalwahlen (2003) zu sehr geringer Wahlbeteiligung (Landesschnitt 36 %, in Teheran 25 %) und zu einem klaren Sieg der konservativen Kräfte. Bei den Parlamentswahlen am 17. Juni 2005 trat vorerst das parlamentarische Ende der Reformer ein, zumal Chātemī nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren durfte. Der Wahlkampf wurde im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und auf Redeveranstaltungen geführt. Dominant was das Bild eines Mannes: Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī. Der ehemalige Präsident Irans (1989-1997) kandidierte erneut für den Posten des Regierungschefs. Aus westlicher Sicht war er der sichere Wahlsieger, da er als starker Mann der Tat, als Pragmatiker galt und für wirtschaftlichen Aufschwung stand, dessen strahlende, ungezwungen westlich orientierte Auftritte allenfalls Korruptions- und Kungelleivorwürfe schmählerten. Aber die Wahlen gewann völlig überraschend (für westliche Beobachter) Mahmud Ahmadinedschad in der ersten Stichwahl der iranschen Geschichte. Ahmadinedschad gilt als sogenannter Hardliner. In westlichen Zeitungen wurde er unter anderem als "religiöser Faschist" bezeichnet. Auf seiner politischen Agenda stehen viele Punkte, die an Ruhollah Mousavi Chomeini erinnern: Islamisierung der Gesellschaft, Kleiderordnungspflicht für Frauen, erhebliche Einschnitte der Presse- und Meinungsfreiheit, eine Abwendung von diplomatischen Eingeständnissen in internationalen Verhandlungen (Atomstreit), etc. Doch wegen dieser Politik ist er nicht hauptsächlich gewählt worden. Er steht auch für eine realistische Lösung der Probleme, welche die einfachen Iraner täglich haben. Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Perspektivlosigkeit. Die Lösung dieser Probleme, oder zumindest deren Abschwächung, hat sich Ahmadinedschad ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Die Arbeitslosen, die Armen, die vielen Menschen ohne Zukunft in einem Land mit außergewöhnlich vielen jungen Einwohnern, die einfachen Leute haben ihn gewählt - weil sie ihn als einen von ihnen ansehen. Ob Mahmud Ahmadinedschad die Hoffnungen, die in ihn projiziert werden, wird einhalten können, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Iran einen schweren Rückschlag in Sachen Demokratisierung und Liberalisierung der Gesellschaft und des Staatsystems erfahren hat. In einer Rede vom 26. Oktober 2005 hat der Präsident die Vernichtung Israels gefordert, ein in der UN-Geschichte einmaliger Vorgang, der von den meisten UN-Staaten einhellig verurteilt wurde.

Rechtssystem

Durch die islamische Revolution ist das islamische Recht, die Scharia als Gesetz wieder eingeführt worden. Da die Scharia niemals erfolgreich kodifiziert worden ist, obliegt die Rechtspflege und Fortentwicklung der islamischen Jurisprudenz in einer Art Case Law-System. Von einem Standpunkt der Gewaltenteilung aus wirkte sich die Tätigkeit des ersten Obersten Richters nach der Revolution Chalkali katastrophal aus. Bis heute gibt es keine Gewaltenteilung im Iran, der oberste geistliche Führer hat weitreichende Befugnisse.

Zivilgesellschaft und Menschenrechtsprobleme

Die Situation wurde 1997 mit der Wahl von Präsident Khatami besser und es konnten sich diverse Nichtregierungsorganisationen gründen. Die Bemühungen erfuhren schließlich durch die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2003 an die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi internationale Anerkennung. Todesstrafen (öffentliche Hinrichtungen wie Erhängen) oder öffentliches Auspeitschen werden auch für Personen unter 18 Jahren als Strafen für Vergewaltigung, Mord, Drogenhandel verhängt; auch Alkoholkonsum wird bestraft. Im Islam sind Jungen ab 15 Jahren und Mädchen schon ab 9 Jahren volljährig und voll straffähig. Homosexualität widerspricht dem Islam, wobei laut internationalen Menschenrechtsorganisationen für Homosexualität alleine keine Todesurteile ausgesprochen wurden. Für Homosexualität in Verbindung mit Vergewaltigung wurden in letzter Zeit aber Todesurteile verhängt. Die Meldung von zwei Jugendlichen, die im Juli 2005 wegen homosexueller Handlungen hingerichtet wurden, sorgte weltweit fuer Aufsehen und wurde wegen des internationalen Entsetzens nachtraeglich von iranischen Behoerden so erweitert, dass die beiden einen weiteren, unbekannten Dreizehnjaehrigen vergewaltigt haben sollen. Geschlechtsumwandlungen sind im Iran erlaubt.

Staatsoberhäupter

siehe auch: Liste der Herrscher des Irans

Militär

Hauptartikel: Streitkräfte des Iran Das iranische Militär befindet sich nach wie vor in einer Aufbauphase, in der das Land versucht, die Verluste durch den ersten Golfkrieg wieder auszugleichen. US-Schätzungen gehen davon aus, dass der Irak in den acht Kriegsjahren zwischen 20 und 40  % der iranischen Militärkapazität vernichtete, sowohl Soldaten als auch Material. Was die Mannschaftsstärke betrifft, ist der Prozess der Wiederherstellung der Schlagkraft weitgehend abgeschlossen, ähnliches dürfte auch für bodengebundene Waffensysteme gelten, bei denen es dem Land heute vor allem um Modernisierung und weniger um zahlenmäßige Aufrüstung geht. Noch nicht ausgeglichen sind die Materialverluste durch den Krieg auf dem Feld der Luftwaffe, in viel höherem Maß aber bei den größeren Überwassereinheiten der Marine. Auf diesen Feldern ist der Iran für ein Land seiner Größe unterbewaffnet. Neben den Kriegsverlusten sind vor allem die Ausfuhrbeschränkungen zahlreicher Staaten der Grund für diesen Zustand. Ein Großteil der vorhandenen Waffensysteme stammt aus US-Waffenhilfen und in neuerer Zeit aus Waffengeschäften mit Russland und der Volksrepublik China.
- Informationen zum iranischen Nachrichtendienst unter: VEVAK

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung des Iran Der Iran ist in 30 Provinzen gegliedert. Die größten Städte sind die Hauptstadt Teheran mit circa 14 Millionen und Maschhad mit circa 2,1 Millionen Einwohnern.
- Siehe auch: Liste der Städte im Iran

Wirtschaft

Der Iran ist ein bedeutendes Erdöl und Erdgas förderndes Land. Iran exportiert jeden Tag 3,96 Millionen Barrel = 630 Mio. Liter (1 Barrel = 159 Liter) Erdöl. Über 85 % des Exportes oder rund 19 Milliarden Euro entfallen auf Kohlenwasserstoffe. Wichtige Wirtschaftssparten sind auch die Landwirtschaft, die trotz vieler Gebirge und Wüsten 10 % der Fläche ausmacht (zur Hälfte künstliche Bewässerung), Datteln, Teppiche, Kaviar und Textilindustrie.
Der Import beträgt rund 11 Milliarden Euro (vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Industrie- und Chemieprodukte).

Kultur

Medien

Teheran ist das Medienzentrum des Landes. Hier erscheinen die wichtigsten Tageszeitungen (Jumhori-yi Islami, Resalat, Kayhan, Akhbar, Ettelaat), darunter auch zwei englischsprachige (Tehran Times, Kayhan International). Die Zeitungen und auch die staatlichen Rundfunk- und Fernsehsender unterliegen staatlicher Zensur. Zusätzlich gibt es über 30 iranische Fernsehsender aus dem bei Los Angeles liegenden San Fernando Valley, Kalifornien, die über Satellit oder Internet im Iran empfangen werden können. Diese von der iranischen Zensur nicht erreichbaren Sender spielten bei den Studentenprotesten 2003 eine wichtige Rolle bei der Koordination der Demonstrationen. Siehe auch: Persische Literatur

Literatur


- Columbia University (Hrsg.): [http://www.iranica.com/ Encyclopædia Iranica]. (Das ausführlichste Nachschlagewerk zum Iran von dem bisher 12 Bände erschienen sind.)
- Navid Kermani: Iran. Die Revolution der Kinder, Verlag C.H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47625-2
- W. G. Lerch: Iranische Traumata. Persien ist im vorigen Jahrhundert von vielen angegriffen oder fremdbestimmt worden. FAZ v. 21.6.2003. (Beleuchtet die Rolle des Iran als Opfer des Imperialismus)
- Roy Mottadeh: Der Mantel des Propheten oder Das Leben eines persischen Mullah zwischen Religion und Politik, Verlag C.H. Beck, München 1988, ISBN 3-406-32289-1

Weblinks


- [http://www.iran-infos.de/ Iran-Infos Das Nachrichten und Info Portal]
- [http://www.iran-now.de/ Iran-Now Das Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.persian-galaxy.de/ Persian- Galaxy Fun, Nachrichten und Community Portal]
- [http://www.economy-iran.com/ Economy Iran]
- [http://www.boell.de/de/14_presse/1662.html Monatliche Iran-Reporte der Heinrich-Böll-Stiftung seit 2002 zum Download]
- [http://www.iranwpd.com Iran Weekly Press Digest (englisch)]
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Persische Sprache

Die persische Sprache oder kurz: Persisch (lokal: فارسی Fārsi oder auch Dari genannt) ist die wichtigste indogermanische Sprache im südwestwestlichen Asien. Sie gehört zum iranischen Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Persisch wird von ca. 60 Millionen Menschen als Muttersprache und von weiteren 60 Millionen als Zweitsprache gesprochen, die vor allem im Iran und in angrenzenden Gebieten leben. Etwa 35-40 Millionen Muttersprachler leben im Iran, weitere 7 Millionen in Afghanistan (siehe Tadschikische Sprache), 15 Millionen in Tadschikistan (lokal Dari genannt) und in Teilen Usbekistans, Pakistans und Indiens. Daneben gibt es bedeutende Persisch-sprachige Gemeinden in Bahrain, Irak und in den USA. Kleinere Sprachinseln gibt es unter anderem in Georgien, in Aserbaidschan und im Pamir-Gebirge. Starken Einfluss hat Persisch auch auf Schrift und Sprache in Usbekistan und Kirgisistan genommen sowie auf das Urdu (Pakistan), in geringerem Maß auch auf Arabisch, Türkisch und auf die Sprachen des heutigen Indiens. Die Deutsche Welle sendet auch in Persisch ([http://dw-world.de/persian/ Farsi] - [http://www2.dw-world.de/dari/ Dari]). Persisch ist Amtssprache im Iran, in Tadschikistan und in Afghanistan; in Tadschikistan wurde es ab 1928/29 erst in lateinischer, seit 1939/40 in kyrillischer Schrift geschrieben. Viele persische Wörter wurden in europäische Sprachen übernommen. Im Deutschen kennt man unter anderem die Wörter Basar (Bazaar), Scheck, Karawane, Pistazie, Schach, Paradies, Schal oder Magier. Der Language Code ist fa bzw. fas oder per (nach ISO 639).

Kurze Geschichte der persischen Sprache

ISO 639 Das Persische wird seit der Islamisierung in arabischer Schrift geschrieben, aber mit einigen zusätzlichen Buchstaben wegen der sehr unterschiedlichen Sprache. Es besitzt zahlreiche arabische Lehnwörter sowie eine umfangreiche Literatur. Die Entwicklung der iranischen Sprachen wird in drei Perioden gegliedert: altiranisch (bis 100 v. Chr.), mitteliranisch (100 v. Chr. bis etwa 900 n. Chr.) und neuiranisch (ab 900 n. Chr). Von den altiranischen Dialekten sind nur Altpersisch und Avestisch ausreichend dokumentiert, die anderen Sprachen dieser Gruppe nur indirekt. Die Bezeichnung "Avestisch" der nordöstlichen Sprache im antiken Perserreich kommt von der Avesta, den heiligen Schriften des Zoroastrismus. Abgesehen von seiner religiösen Verwendung starb es aber schon Jahrhunderte vor dem Aufkommen des Islam aus; wahrscheinlich löste sich die Sprache im verwandten Baktrisch auf. Das Altpersische ist aus dem Südwesten des Achämenidenreiches (um 560 bis 330 v. Chr.) in Keilschrift-Texten überliefert. Gesprochen wurde es dort länger, als Verwaltungssprache diente aber eher das Aramäische. Altpersisch und Avestisch sind dem Sanskrit und damit dem Ur-Indogermanischen sehr nahe; sie gehören ebenso wie Griechisch und Latein zu den flektierenden Sprachen, und sind die Vorfahren des heutigen Neupersisch. Im Unterschied zu den jüngeren Sprachstufen hatte das Altpersische noch eine komplexere Grammatik mit bis zu sieben Kasus und drei Genera. Auch der Dual ist neben Singular und Plural noch erhalten. Das Verbalsystem ist gegenüber dem altertümlicheren Avestischen jedoch schon vereinfacht: Das Altpersische hat keine Differenzierung von Imperfekt, Aorist und Perfekt mehr, sondern kennt nur noch ein Präteritum. Die für das Altpersische verwendete Keilschrift wurde eigens dafür erfunden und ist eine rechtsläufige gemischte Laut- und Silbenschrift (wie die indischen Schriften), die durch 8 Wortzeichen und besondere Zahlzeichen ergänzt wird. Überliefert sind vor allem Monumentalinschriften auf Felsen oder Gebäuden. Meist steht neben der altpersischen Version noch eine elamische und eine babylonische.

Mitteliranisch

Mitteliranisch waren nicht nur Mittelpersisch und das ihm verwandte Parthische, sondern auch einige andere Sprachen Zentralasiens, wie z.B. Baktrisch oder Sogdisch. Parthisch wurde im Arsakidenreich (etwa 250 vor- bis 226 nach Christus) gesprochen. Es ist gut durch Inschriften der ersten Sassaniden-Könige dokumentiert, obwohl es damals schon langsam ausstarb. Es beeinflusste aber das Mittelpersische (auch Pehlewi genannt), die Sprache des Sassanidenreichs (226-641). Mittelpersisch ist grammatisch einfacher als Altpersisch und wurde meist in einer Aramäischen Schrift aufgezeichnet - also mit Buchstaben, die zum Teil mehrere Laute repräsentieren. Es verlor nach der Eroberung Persiens durch die Araber (7. Jahrhundert) an Bedeutung, doch wurde seine Literatur vielfach ins Arabische übersetzt. Leider gingen nach der Islamisierung die meisten Schriften verloren. Andere mitteliranische Sprachen des sassanidischen Raums und Zentralasiens sind Charismisch (Corismisch) in Choresm, Soghdisch im Land Sogdiana (siehe Samarkand und Buchara), Baktrisch in Baktrien (heute Nordafghanistan) und Sakisch unter einigen Skythen in Chinesisch-Turkistan und für buddhistische Schriften. In sogdischer Sprache entstand sowohl christliche als auch buddhistische und weltliche Literatur. Baktrisch ist in einigen Inschriften erhalten, die unlängst in Afghanistan und Zentral-Asien entdeckt wurden, charismische Texte entstanden auch noch nach der Islamisierung.

Das Neupersische

Afghanistan Neupersisch entwickelte sich bis zum 9. Jahrhundert als internationale Standardsprache von Zentral- und Südwestasien. Sie besitzt neben parthischen und mittelpersischen Anteilen (siehe oben) auch solche aus anderen iranischen Sprachen. In seiner Allgemeinheit ist das Neupersische eine Mischung der wichtigsten Sprachen des antiken Iran. Auch wenn die Sprache heute Persisch heißt, sind ihre Ursprünge nicht ausschließlich dem aus der Provinz Fars stammenden Altpersischen oder Mittelpersischen zuzuordnen. Da sich die Sprache in Zentralasien entwickelte, ist es wahrscheinlich, dass die ostiranischen Sprachen (Baktrisch, Parthisch, Sogdisch) diese Sprache erheblich beeinflusst haben. Die Anzahl von parthischen und sogdischen Lehnwörter im modernen Neupersisch ist beträchtlich, aber im Kernbereich ist die ursprüngliche persische (südwestiranische) Basis immer noch erkennbar. Neupersisch ist die Kultur- und Amtssprache des Iran, Afghanistans und Tadschikistans und wird in einer um vier Buchstaben erweiterten syrisch-aramäischen („arabischen“) Schrift geschrieben. Doch ist das Verhältnis zwischen gesprochenem Neupersisch und arabischer Schrift als problematisch einzustufen. Persisch hat eine regelmäßigere und daher einfachere Grammatik als Mittelpersisch, sowie ein einfaches Lautsystem und viele arabische Lehnwörter. Viele altpersische Flexionen gingen verloren (z.B. die Kasusflexion), ebenso wie das grammatische Geschlecht. Solche Sprachvereinfachungen (insbesondere bei Flexionen) treten in vielen modernen Sprachen auf - z.B. im Englischen, Französischen und Neugriechischen.

Dari

Dari, die neupersische Schriftsprache, ist die literarische Abkürzung der persischen Wörter Parsi-e Darbâri . Wörtlich übersetzt bedeutet das persische Wort Dar „Tor, Tür, Schwelle“ während das Wort Bâr „Audienz, Anhörung“ bedeutet. Darbâri bedeutet also wörtlich übersetzt Tor zur Audienz und im erweiterten Sinn königlicher Hof; Parsi-e Darbâri bedeutet Persisch des königlichen Hofes und entwickelte sich als Schriftsprache im 9. Jahrhundert n. Chr. aus dem Mittelpersischen in den kulturellen Zentren der persischen Samaniden in Zentralasien. Von dort aus verbreitete sie sich in ganz Persien. Der erste Autor der Literatur des Dari ist Rudaki. Der in der azarbaijanischen Stadt Gendsche geborene Nezami leistete mit seinen Pandsch Gandsch („fünf Schätze“) einen großen Beitrag zur Entwicklung der Dari-Literatur. Im Gegensatz zum normalen Persisch (Farsi), handelt es sich bei Dari um die geschriebene Sprache, nicht um die gesprochene Sprache. Dari ist quasi das Skelett des modernen Neupersisch (Farsi), welche in Afghanistan, Tadschikistan und Iran die offizielle Landessprache ist. Dari kennt keine Dialekte und ist auch selbst kein Dialekt. Jedoch kann man alle Dialekte des modernen Farsi auf seine geschriebene Urform Dari zurückführen. Parsi-e Darbâri (Neupersisch) bedient sich, im Gegensatz zum Parsi-e Pahlavi (Mittelpersisch), der syrisch-aramäischen (arabischen) Schrift und beinhaltet viele arabische Wörter und Fachbegriffe - besonders aus der Wissenschaft und Theologie. Dari war lange Zeit die Lingua Franca des Orients und dient auch heute als solche in vielen Teilen Zentral- und Südasiens. Zudem gilt Dari als die Sprache des Sufismus, des mystischen Islams. Einige der größten Werke des Sufismus, unter anderem die Werke der Dichter Rumi, Hafiz, Saadi, Omar Chayyām, Onsori und Ansari, wurden in Dari verfasst. Als Musterwerk des Parsi-e Darbâri gilt das "Schah-Nameh" ("Buch der Könige") des Dichters Abū l-Qasem-e Ferdousī. 35 Jahre arbeitete der Dichter an diesem Werk, das eines der frühesten Werke des Neupersischen ist und zudem nur sehr wenige Fremdwörter (arabische Wörter) enthält. Bis heute hin ist Ferdousīs "Schah-Nameh" die Basis des persischen Nationalbewustseins im Iran, in Afghanistan und - vor allem - in Tadschikistan. Seit einiger Zeit wird des Öfteren das Wort Dari mit "afghanisches Persisch" übersetzt. Das ist in der Tat eine falsche Übersetzung. In den 60er Jahren wurde im Zuge der Paschtunisierung Afghanistans immer mehr versucht, die persische Kultur und Geschichte Afghanistans zu entfremden und der paschtunischen Kultur unterzuordnen. So hießen persische Lesebücher bis in die späten 60er noch "Farsi-Lehrbücher", wurden dann in "Farsi-e Dari Lehrbücher" umbenannt und schließlich nur noch zu "Dari-Lehrbücher" reduziert.

Ursprung des Wortes Persisch

Das Wort Perser bzw. Farsi hat seinen Ursprung im Wort Persis, einer Region im Süden des heutigen Iran und einstiges Zentrum des persischen Weltreiches. "Pars" war die Altbezeichnung für Persien sowie der Name der heutigen Provinz Fars. Die Anhänger Zarathustras in Indien werden als Parsen und die persisch-sprechenden Einwohner in Afghanistan als Parsiwan bzw. Farsiwan bezeichnet (siehe auch Parsismus, Deutsch, Pagan und Apagan). Das Wort war ursprünglich der Name nur eines einzigen iranischen Stammes. Doch nach dem Siegeszug der Makedonen, die alle iranisch-stämmigen Menschen im Perserreich Perser nannten, wurde dieser Begriff immer mehr zur Selbstbezeichnung der persischsprachigen Bevölkerung dieser Region, die iranischer Abstammung war. Die Araber, die im 7. Jahrhundert n. Chr. Persien im Zeichen des Islam eroberten, konnten den Laut "p" nicht aussprechen. Somit wurde das alte griechisch-persische Parsi zu Farsi. Heute ist dieser Begriff sowohl der Name der Bevölkerung, als auch umgangssprachlich der Name der persischen Sprache. Bis zum Siegeszug der Araber war das Wort Parsi keine Selbstbezeichnung der Perser. Wie alle iranischen Stämme bevorzugten auch sie die Identität ihrer arischen (=iranischen) Vorfahren, und bezeichneten sich selbst Iranier und ihr Land Iran (mit verschiedenen Aussprachen: Aryana, Eran, Eron, Iran-Shahr etc.) So bezog sich der Prophet Zarathustra direkt auf die iranischen Völker, und auch der persische Dichter Ferdousi erzählt in seinem Schahnama von Iran und Iraniern. 1936 bat der damalige Staat Persien die internationale Gemeinschaft, das Land fortan nur noch Iran zu nenen - unter massiven Protesten des Nachbarstaates Afghanistan, welcher, wie heute auch Tadschikistan, ebenfalls den Begriff kulturell für sich beansprucht. Heute unterscheidet man zwischen:
- Iraner = Staatsbürger der Islamischen Republik Iran
- Iranier = Menschen iranischer Abstammung, d.h. Nachkommen der einstigen iranischen Baktrier, Perser, Meder, Sogdier, Parther, etc. Im engeren Sinn handelt es sich dabei hauptsächlich um die heutigen Perser (Tadschiken), Kurden und Paschtunen. In der persischen Mythologie bezieht sich das Wort nur auf die Perser.
- Perser (Farsi) = persischsprachige Bevölkerung iranischer Herkunft. Die Kurden und Paschtunen sind demnach keine Perser, weil sie kein Persisch sprechen, sondern ihre eigenen iranischen Sprachen haben.
- Tadschiken = Alttürkische Bezeichnung für Perser, die in Zentralasien leben. Heute bezieht sich das Wort fast ausschließlich auf die persischsprachige, iranische Bevölkerung in Tadschikistan, Usbekistan und Afghanistan. Im Gegensatz zum Wort Perser hat sich das Wort Tadschik bis heute nicht als Selbstbezeichnung jener Bevölkerung durchgesetzt.
- Persisch (Farsi) = die eigentliche persische Sprache
- Dari = die persische Schriftsprache und direkter Vorgänger der heutigen modernen persischen Dialekten. Dari ist ebenfalls der offizielle Name der persischen Sprache in Afghanistan und der Name eines altertümlichen Dialekts von zoroastrischen Persern im Süden des heutigen Iran.

Grammatik

Das Persische kennt keinen Artikel. Bestimmtheit kann gegebenenfalls mithilfe des Akkusativs wiedergegeben werden, Unbestimmtheit durch Anhängen eines -i. Ein grammatisches Geschlecht existiert nicht. Anstelle von Possessivpronomen wird entweder das Personalpronomen oder eine Personalendung an das Substantiv oder die Präposition angehängt. Dies geschieht mittels der Ezafe ("Hinzufügung"), die auch bei der Genitivverbindung zweier Nomen verwendet wird (Substantiv + Substantiv oder Substantiv + Adjektiv). Der Plural wird meist regelmäßig durch das Anhängen einer Endsilbe gebildet. Die regelmäßigen Endungen setzen sich allmählich auch bei den Lehnwörtern aus dem Arabischen durch.

Verben

Die persischen Verben besitzen einen Präsens- und einen Präteritalstamm. Diese Stämme bilden die Grundlage für alle Zeitformen. Präsens und Präteritum werden gebildet, indem man an den entsprechenden Verbstamm eine Personalendung anfügt. Im Präsens wird noch die Vorsilbe mi- vor den Verbstamm gehängt, außer bei den Verben budan (sein) und dâschtan (haben). Perfekt und Plusquamperfekt werden ähnlich wie im Deutschen durch Verwendung des Partizips Perfekt gebildet; für das Futur wird eine Konstruktion mit dem Verb "wollen" benutzt. Der Konjunktiv wird in ähnlicher Art und Weise wie in romanischen Sprachen und häufiger als im Deutschen verwendet. Als wichtige Zeitform ist noch der Durativ zu nennen, der eine fortdauernde oder wiederholte Tätigkeit ausdrückt. Da der Verbstamm innerhalb einer Zeitform nicht verändert wird (im Gegensatz z. B. zu einigen Verben im deutschen Präsens: du gibst, wir geben), ist die persische Verbkonjugation sehr regelmäßig.

Wortschatz

Die Verwandtschaft zu den indogermanischen Sprachen ist in zahlreichen Fällen deutlich erkennbar, vgl. z.B. (in Umschrift): mādar "Mutter", pedar - lat. pater "Vater", morde - lat. mors, mortis "tot", barādar "Bruder", dochtar "Tochter", nām "Name", setāre "Stern", zamin - russ. zeml’a "Erde", to "du", do - frz. deux "zwei", pandsch - altgriech. penta "fünf", schesch "sechs", bordan - "bürden, tragen", dādan - lat. dare - "geben", gereftan "er-greifen", na "nein", yogh "Yoch", garm "warm", u.v.a. Eine Besonderheit besteht im Persischen darin, dass ursprüngliche Konsonantengruppen der indoeuropäischen Wurzel im Anlaut durch einen Vokal aufgebrochen wurden, vgl. z.B. b[a]râdar "Bruder", g[e]reftan "er-greifen", s[e]târe "Stern". Dies dürfte unter dem Einfluss des Arabischen geschehen sein. Ein großer Teil des heutigen persischen Wortschatzes stammt aus dem Arabischen, wobei sich trotz angepasster Aussprache exakt an die ursprüngliche arabische Orthographie gehalten wird. Für viele dieser Wörter gibt es persische Entsprechungen, die aber zum Teil einer anderen Stilebene zuzuordnen sind oder schlicht seltener verwendet werden. Besonders deutlich wird der Einfluss des Arabischen bei den zusammengesetzten Verben, die oft aus einem arabischen Substantiv und einem persischen Verb mit vergleichsweise unspezifischer Bedeutung (z.B. "machen" oder "geben") bestehen. Umgekehrt hat auch das Arabische zahlreiche Wörter aus dem Persischen entlehnt. Auch im Deutschen finden sich Lehnwörter aus dem Persischen, wie z. B. Orange aus pers. nārendsch (نارنج) "Bitterorange" oder Schal aus pers. schāl (شال) "Umschlagtuch". Die Bezeichnung Pfirsich geht ebenfalls auf einen persischen Ursprung zurück. Sie hat sich aus dem vulgärlateinischen Wort persica entwickelt und bedeutete ursprünglich "persisch" oder "persische Frucht".

Sonderzeichen

Das heutige Persisch wird mit arabischen Buchstaben geschrieben (Zur lateinischen Umschrift siehe Persische Transkription). Um verschiedene Laute wiedergeben zu können, die es im Arabischen nicht gab, wurde das arabische Alphabet um vier Buchstaben erweitert. Das persische Alphabet umfasst insgesamt 32 Buchstaben. Zwei Buchstaben werden im Persischen in der isolierten Stellung graphisch etwas anders ausgeführt als im Arabischen:

Literatur

Das wohl bekannteste Werk der persischen Literatur im Westen ist die Geschichtensammlung Tausendundeine Nacht, eine Nacherzählung vieler iranischer Volkssagen und Märchen. Geprägt wurde das heutige Persisch vor allem durch die persische Dichtkunst (siehe auch: Persische Literatur). Zwei bekannte Dichter Persiens waren Sa'adi und Hafis. Auch Goethe ließ sich im "West-östlichen Diwan" von Hafis inspirieren. Andere bekannte Dichter sind Rumi, Omar Chayyām, Rudaki, Ferdousi oder Dschami. Auch viele Werke von persischen Wissenschaftlern - wie z.B. der Mathematiker Al Khorezmi oder der Arzt Ibn Sina (Avicenna) - sind hier zu erwähnen.
- Persische Literatur

Weblinks


- http://www.europasprachen.de/Weltsprachen/Persisch/persisch.html
- http://www.weikopf.de/body_indoeuropaisch.html Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Iranische Sprache Kategorie:Persisches Reich Kategorie:Iran Kategorie:Afghanistan Kategorie:Tadschikistan Kategorie:Usbekistan ja:ペルシア語 ko:페르시아어 th:ภาษาเปอร์เซีย

Arier

Arier (Altiranisch ar, gut, rein, edelmütig mit yan, der Sohn von; Aryan = "Sohn von Reinem", Sanskrit, m., आर्य, ārya, der Edle), Selbstbezeichnung der iranischen Völker, die 2000 v. Chr. ins Iranische Hochland einwanderten und zu den Vorfahren der heutigen Perser (Tadschiken), Kurden, Paschtunen und Belutschen wurden, sowie der Indoarier, die nach Indien einwanderten. Ebenfalls als Arier wurde im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts fälschlicherweise ein hypothetisches Volk bezeichnet, von dem alle hellhäutigen Europäer ("Kaukasier") abstammen sollten.

Ursprung des Begriffs

Der Ursprung dieser Vorstellung war linguistisch: Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde bemerkt, dass viele Sprachen in Europa (Latein, Germanische Sprachen, Keltische Sprachen, Slawische Sprachen, Griechische Sprache) sowie in Armenien, Persien und Indien viele Gemeinsamkeiten in Vokabular und Grammatik aufweisen. Außerdem wurde eine bemerkenswerte Ähnlichkeit in der Mythologie und des Kultes dieser Völker festgestellt. Hieraus wurde die Vermutung einer gemeinsamen Vergangenheit und Ursprache dieser indogermanischen Sprachen (auch indoeuropäische Sprachen genannt) entwickelt; diese Feststellung ist nach einigen Bearbeitungen und Umformulierungen heute allgemein anerkannt. Weiter wurde anhand persischer und indischer Schriftstücke und Überlieferungen festgestellt, dass die Sprecher dieser Sprache sich selbst wahrscheinlich als Arier (Arya) bezeichneten. Alternativ spricht man heute auch von den Proto-Indoeuropäern. Im 19. Jahrhundert geschah dann ein weiterer Argumentationssprung von der Linguistik zur Ethnologie: Man behauptete, dass die Menschen, die eine vom Indogermanischen abstammende Sprache sprechen (also fast alle Europäer), auch genetisch von diesem durch die Sprachwissenschaft erschlossenen Ursprungsvolk abstammen. Infolgedessen wurden hellhäutige Menschen als Nachkommen der Arier identifiziert. Juden, obwohl in Europa ebenfalls von heller Hautfarbe, wurden aus dieser Definition ausgeschlossen, da ihre ursprüngliche hebräische Sprache semitisch, und nicht indogermanisch ist. Über den Lebensraum dieser Sprachgruppe wurde zu jener Zeit viel spekuliert. Aufgrund des hohen Alters der Altiranischen Sprache und des Sanskrit wurde eine Verbindung mit Persien oder der Indus-Kultur gesehen. Der Gebrauch des Begriffes Aryan in Inschriften und alten Schriften wurde so gedeutet, dass eine arische Vorgängerkultur existiert habe. In Europa wurde daraufhin nach dem Ursprung dieser europäischen 'Rasse' gesucht, obwohl offensichtlich auch Menschen in Asien von ihnen abstammten. Die am meisten verbreitete Theorie sieht die Arier als ein nomadisches Reitervolk aus den Steppen Eurasiens, das sich sowohl nach Süden als auch nach Westen ausbreitete, und so seine Sprache und Kultur verbreitete. Eine andere Theorie weist prähistorische arische Sprach- und Kulturreste in Sumer, Akkad und Ägypten nach, die eine frühe Präsenz der Arier im nahen Osten seit mindestens dem Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. nahelegt. Weiter wurde angenommen, dass die Arier als überlegene Eroberer kamen, da sie mit ihren Pferden und Streitwagen militärisch im Vorteil waren. - Jedoch kann man eine Kultur nicht zweifelsfrei mit einer Sprache identifizieren, solange keine Schriftzeugnisse überliefert sind.

Begriff im Nationalsozialismus

Die Theorie, die Arier hätten ihren Ursprung in den Steppen Russlands gehabt, wurde von deutschnationalen Kreisen im damaligen Deutschland weitgehend abgelehnt. Es wurde auf wissenschaftlicher Grundlage (beispielsweise Hans F.K. Günther) argumentiert, die Arier seien ursprünglich in Deutschland oder Skandinavien heimisch gewesen, oder zumindest hätten sich dort die ursprünglichen Eigenschaften insbesondere rassischer Art besonders klar erhalten. Daneben wurden die Arier den Goten, Wandalen oder anderen Stämmen der Völkerwanderung nahegebracht. Die Arier wurden als körperlich und geistig überlegene und auf Reinheit bedachte Rasse dargestellt, die in der Geschichte als Kriegeradel und Kulturbringer gewirkt habe. Die Weltanschauung des Nationalsozialismus missdeutete den Begriff „Arier“ also als eine rein germanische 'Herrenrasse', deren Mission es sei, alle angeblich 'nichtarischen' Völker zu dominieren. Die Nationalsozialisten rechtfertigten mit dieser zentralen Ideologie die Diskriminierung und Vertreibung der semitischen Juden sowie die negative Klassierung der Slawen. Dabei deuteten sie abermals einen ursprünglich linguistischen Begriff (nämlich „semitisch“) als rassischen und verwendeten ihn auch so. Die Menschen im Dritten Reich und den von den Nationalsozialisten beherrschten Gebieten mussten zum Beweis ihrer 'rassischen Reinheit' sogenannte Ariernachweise erbringen. Ideen zur „arischen Rasse“ gab es aber nicht nur in Deutschland, zuerst tauchte sie in Frankreich auf (Arthur de Gobineau), dann in England (Houston Stewart Chamberlain). In Indien suchte die britische Kolonialregierung die Zusammenarbeit mit der Elite. Die drei oberen Kasten gelten bis heute als Nachkommen der Arier, die die dunkelhäutigen Dravidier nach Süden verdrängt haben. Dies führte zu gesellschaftlichen Spannungen zwischen Nord- und Südindern.

Esoterik und Völkische Esoterik

Die Theosophie, eine von Helena Blavatsky und Henry Steel Olcott auf buddhistischen, gnostischen, hinduistischen und anderen Vorstellungen gegründete mythologisch-religiöse Weltanschauung des ausgehenden 19. Jahrhunderts nahm ebenfalls Ideen über die Arier auf. Die Rußlanddeutsche Blavatsky (geb. von Hahn) bezeichnete mit den Ariern die „fünfte Wurzelrasse“, die ihrerseits wiederum „in vier Unterrassen aufgeteilt“ ist (nordisch, fälisch, mittelländisch und ostisch). Die Angehörigen der nordische Rasse wurden hierbei von Rassenwissenschaftlern wie Ludwig Ferdinand Clauß als „Leistungsmenschen“ bezeichnet, woraus sich bei Clauß allerdings keine wie auch immer geartete Höherwertigkeit der nordischen Rasse verbindet, wie vielfach behauptet. Laut Blavatsky kamen die Arier weit aus dem Norden, aus Hyperborea. Auch glaubten viele Theosophen und Ariosophen, der Ursprung der Arier sei Atlantis gewesen, die Arier somit die Atlanter. Die in der Theosophie entwickelte Vorstellung der Arier wurde durch die Ariosophie und die Guido-von-List-Gesellschaft verfälscht und fand ihren Weg nach Deutschland, wo durch Vermischung mit nationalistischen Elementen dem Nationalsozialismus zugearbeitet wurde.

Begriffsgebrauch heute

Der Begriff war und ist im Zoroastrismus, im Buddhismus, im Hinduismus und im Jainismus in Gebrauch. Hier bezeichnet er keine Rasse, sondern ist Ehrenbezeichnung für einen „edlen“ oder „geistlichen“ Menschen. Jedoch bezeichnete sich der frühere Schah von Persien als 'Licht der Arier' im Sinne eines Herrschers über eine Volksgruppe. Auch im Staatsnamen Iran, der aus dem Genitiv Plural 'Arianam' (altpersisch) in den westiranischen Dialekten zum mittelpersischen 'Eran' und neupersischen 'Iran' wurde, bezeichnet der Begriff eine Volksgruppe. So bedeutet 'Iran' nichts anderes als 'Land der Arier'. Das ostiranische Äquivalent ist Aryana, das heute noch in Tadschikistan und Afghanistan sehr beliebt ist. Danach ist die afghanische Fluggesellschaft folgerichtig Aryana Afghan Airlines benannt. Dass es je eine identifizierbare antike Volksgruppe gegeben hat, die man als Arier bezeichnen kann, wird von manchen Wissenschaftlern bestritten. In der wissenschaftlichen Literatur werden als Arier Kulturgruppen bezeichnet, aus denen vedische und zoroastrische Glaubenssysteme hervorgegangen sind. Linguistisch werden die von Sanskrit abgeleiteten Sprachen als Indoarische Sprachen bezeichnet, um sie von den nicht-indoeuropäischen Sprachen Indiens zu unterscheiden. 'Arier' benutzen einige Wissenschatler auch als Synonym für die Iranier. Aufgrund des Gebrauchs durch die Nationalsozialisten verwendet man die Bezeichnung heute nicht mehr als Synonym für „Indogermane“. Die Sprecher der ursprünglichen indogermanischen Sprache nennt man heute meist Proto-Indoeuropäer. Von Gruppen, die eine Überlegenheit der „weißen Rasse“ über andere Menschen propagieren, wird der Begriff „Arier“ heute noch als Bezeichnung der White race benutzt (häufig falsch als „weiße Rasse“ übersetzt; die korrekte Übersetzung ist „weiße Menschheit“), zum Beispiel von der Aryan Nation in den USA.

Literatur


- Derakhshani, Jahanshah. Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. Teheran, 1998. ISBN 964-90368-6-5.
- Evola, Julius. The Doctrine of Awakening: The Attainment of Self-Mastery According to the Earliest Buddhist Texts. Rochester, Vermont: Inner Traditions, 1996. [Anm.: Julius Evola nimmt in bezug auf den Buddhismus und das Arische einen genau entgegengesetzten Standpunkt zu Houston Stewart Chamberlain ein.]
- Gimbutas, Marija. „Das Ende Alteuropas: Der Einfall von Steppennomaden aus Südrußland und die Indogermanisierung Mitteleuropas.“ In Archeolingua. Series Minor 6. Budapest, 1994. [Anm.: Feministischer Blickwinkel auf die Problematik.]
- Goodrick-Clarke, Nicholas. Hitler's Priestess: Savitri Devi, the Hindu-Aryan Myth, and Neo-Nazism. New York/London: NYU, 1998. ISBN 0814731104. [Anm.: Über den Hintergrund rechten Arier-Verständnisses am Beispiel von Savitri Devi.]
- Haudry, Jean. Die Indo-Europäer: Eine Einführung. Wien: Karolinger, 1986. ISBN 385418025X. (Anm.: Über die okkulten Hintergründe der Rassenideologie und Arier-Fantastereien im Nationalsozialismus.)
- Mallory, J. P. In Search of the Indo-Europeans: Language, Archaeology and Myth. ISBN 0500276161.
- Schmoeckel, Reinhard. Die Indoeuropäer. ISBN 3-404-64162-0.
- Tilak, Bâl Gangâdhar. The Orion; or Researches into the Antiquity of the Vedas. 7. Aufl. Poona: Shri J.S. Tilak, 1994.
- Tilak, Bâl Gangâdhar. The Arctic Home in the Vedas: Being also New Key to the Interpretation of Many Vedic Texts and Legends. Poona: Shri J.S. Tilak, 1971.

Siehe auch


- Aristokrat
- Genozid
- Avesta
- Kurganvolk
- Streitaxtleute
- Indoiranische Sprachen
- Tadschiken

Weblinks


- [http://www.avesta.org/ www.avesta.org] Avesta mit avestanischen und pahlevischen - arischen Texten
- [http://www.sacred-texts.com/zor/ www.sacred-texts.com/z] Zend Avesta eines avestanisch altaramäischen Volkes, des Bruders Sems, des Japhets
- [http://www.farvardyn.com/avesta.htm www.farvardyn.com/] Vieles über Zaratustrah und Avesta
- [http://sangha.net/messengers/zoroaster.htm sangha.net/] Zar-Adusht-Rah(Geistiger Seelenkönig)
- [http://www.zoroaster.com/ www.zoroaster.com] Zoroaster, Zostrinos, Zaratustrah Kategorie:Ethnie Kategorie:Rassismus

Achämeniden

Die Achämeniden waren eine altpersische Dynastie, die auf den sagenhaften Herrscher Achämenes (705 v. Chr.675 v. Chr.) zurückgeführt wird und vom 7. bis zum 4. Jahrhundert v. Chr. das Mederreich ablöste und seinerseits von Alexander dem Großen vernichtet wurde. Unter den Achämeniden wurde das erste Perserreich gegründet, das eine Ausdehnung vom heutigen Pakistan über das heutige Afghanistan bis an die Ägäis erreichte. Darüber hinaus gehörten auch Ägypten, Syrien und Palästina dazu. Herrscher der Dynastie waren
- Achämenes (ca. 705 v. Chr.–ca. 675 v. Chr.)
- Teispes (ca. 675 v. Chr.640 v. Chr.)
- Kyros I. (640 v. Chr.600 v. Chr.)
- Kambyses I. (600 v. Chr.559 v. Chr.)
- Kyros II. der Große (altpersisch: Kuruš) (559 v. Chr.530 v. Chr.)
- Kambyses II. (altpersisch: Kambuğiya) (530 v. Chr.522 v. Chr.)
- Dareios I. der Große (altpersisch: Dārayavauš) (521 v. Chr.486 v. Chr.)
- Xerxes I. (altpersisch: Xšāyaršan) (486 v. Chr.465 v. Chr.)
- Artaxerxes I. (altpersisch: Ŗtaxšaça) (465 v. Chr.424 v. Chr.)
- Xerxes II. (424 v. Chr.423 v. Chr.)
- Sogdianos (423 v. Chr.)
- Dareios II. (423 v. Chr.404 v. Chr.)
- Artaxerxes II. (404 v. Chr.359 v. Chr.)
- Artaxerxes III. (359 v. Chr.338 v. Chr.)
- Arses (338 v. Chr.336 v. Chr.)
- Dareios III. (336 v. Chr.330 v. Chr.)
- Artaxerxes IV. (330 v. Chr.-329 v. Chr.) Bezüglich weiterführender Literatur siehe Perserreich.

Dynastie der Achämeniden

Achämenes 705675 | | +----- Teispes 675640 | | Ariamnes --+ | | | | | +-- Kyros I. 640600 | | | | | + Kambyses I. 600559 | | | | | + Kyros II. 559530 | | | | | +-- Kambyses II. 530522 | | | | | +-- Bardiya525 +-- Arsames | | +-- Hystaspes | | +-- Dareios I. 521486 (elf namentlich bekannte Söhne) | | +-- Xerxes I. 486465 | | |-- Dareios † 465 | | +-- Artaxerxes I. 465424 (17 Söhne) | | +-- Xerxes II. 424423 | | +-- Sogdianos 423 | | +-- Dareios II. 423404 | | +-- Kyros der Jüngere401 | | +-- Artaxerxes II. 404359 | | | | | +-- Artaxerxes III. 359338 | | | | | +--Arses 338336 | +-- Atostes | | +-- Arsanes | | +-- Dareios III. 336330

Weblinks


- [http://www.livius.org/aa-ac/achaemenians/inscriptions.html Inschriften der Achämendien (englisch)] Kategorie:Persisches Reich ! ja:アケメネス朝

6. Jahrhundert v. Chr.


Zu diesem Jahrhundert v. Chr. existieren noch keine Wikipedia-Artikel zu den Jahrzehnten.
---- Das 6. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 600 v. Chr. und endete am 31. Dezember 501 v. Chr..

Zeitalter/Epoche

Beinahe gleichzeitig entstehen einige der bedeutendsten Weltreligionen und Philosophien: Buddha in Indien/Nepal, Konfuzius in China und Pythagoras in Griechenland sind Zeitgenossen, vermutlich auch Laotse in China und möglicherweise sogar Zarathustra im Iran. In der babylonischen Gefangenschaft der Juden bildet sich der reine Monotheismus aus. Perserkönig Kyros der Große deklariert erstmals die Menschenrechte. Das Orakel von Delphi des Apollon profiliert sich als bedeutendste Weissagungsstätte. Höhepunkt der (von Karl Jaspers so genannten) Achsenzeit. In weiten Teilen Europas herrschte die keltische Hallstattkultur (8.-6. Jahrhundert v. Chr.). Die Ausstattung der Fürstengräber und -sitze dieser Zeit belegen weitreichende Handelsbeziehungen. Die Kultur der Etrusker erlebte in der Toskana ihren Höhepunkt. Kyros II. begründet das persische Großreich, das von seinen Nachfolgern Kambyses und Darius I. ausgebaut wird. In China herrscht die kulturgeschichtlich wichtige Zhou-Dynastie (1066 - 256 v. Chr.).

Ereignisse/Entwicklungen


- 594 v. Chr. - Umfassende Verfassungsreform in Athen durch den Archon Solon mit der die Teilnahme des Volks an politischen Entscheindungen institutionalisiert wird.
- 587 / 586 v. Chr. -
- Nebukadnezar II. erobert Jerusalem und verschleppt das jüdische Volk in die babylonische Gefangenschaft.
- 560 v. Chr. - Der griechische Politiker Peisistratos stürmt mit einer Schar bewaffneter Anhänger die Akropolis und lässt sich zum Tyrannen ausrufen.
- 546 v. Chr. - Untergang des lydischen Großreichs unter Krösus; siehe: Schlacht bei Pteria
- 543 v. Chr. - Beginn der buddhistischen Zeitrechnung (orientiert sich am Eingang Buddhas in das Nirvana; das Jahr ist eine Festlegung singhalesischer Mönche und unabhängig von den historischen Ereignissen: Todesjahr Buddhas ist wohl 483 v. Chr.)
- 539 v. Chr. - Der persische König Kyros II. erobert das Reich Babylonien
- 525 v. Chr. ö- die Etrusker erweitern ihren Machtbereich bis nach Kampanien
- 520 v. Chr. - Der Prophet Haggai ruft in Jerusalem zur Wiederaufnahme der Arbeit am Tempel auf.
- 515 v. Chr. - Einweihung des zweiten Tempels in Jerusalem
- 514 v. Chr - Ermordung des athenischen Tyrannen Hipparch durch die Tyrannenmörder Harmodios und Aristogeiton.
- 510 v. Chr. - Nach vorheriger Etrusker-Herrschaft wird Rom zur Republik.
- Solonische Reformen: Nach einer Krisenzeit im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. mit nicht durch Königstitel legitimierten Personen wird im Jahre 510 v. Chr. die Tyrannis in Athen gestürzt. Menschen wie Solon und Kleisthenes von Athen, dessen Reformen ins Jahr 508 v. Chr. fallen, begründen die Demokratie.
- 507 v. Chr. - Auf dem Kapitol in Rom wird der Jupitertempel geweiht.

Persönlichkeiten


- Solon, griechischer Staatsmann (
- 638 v. Chr., † 559 v. Chr.)
- Thales von Milet, griechischer Naturphilosoph (
- 624 v. Chr., † 546 v. Chr.)
- Anaximander, griechischer Naturphilosoph (
- 611 v. Chr., † 547 v. Chr.)
- Nebukadnezar II., König von Babylonien (
- 605 v. Chr., † 562 v. Chr.)
- Krösus, lydischer König (
- um 595 v. Chr., † um 546 v. Chr.)
- Anaximenes, griechischer Naturphilosoph (
- 585 v. Chr., † 525 v. Chr.)
- Anakreon, griechischer Dichter (
- um 580 v. Chr., † um 495 v. Chr.)
- Pythagoras von Samos, griechischer Philosoph und Wissenschaftler (
- um 580 v. Chr., † um 496 v. Chr.)
- Gautama Buddha (
- um 560 v. Chr., † 483 v. Chr.). Begründer des Buddhismus
- Konfuzius, chinesischer Philosoph (
- 551 v. Chr., † 479 v. Chr.)
- Epicharmos, griechischer Philosoph, Komödienschreiber und Arzt (
- um 540 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Themistokles, griechischer Feldherr (
- um 525 v. Chr., † um 460 v. Chr.)
- Xerxes I., persischer König (
- um 519 v. Chr., † 465 v. Chr.)
- Kyros II., persischer König und Begründer des altpersischen Reiches († 529 v. Chr.)
- Darius I., persischer König und Neuorganisator des persischen Großreichs († 486 v. Chr.)
- Äsop, Begründer der Fabeln
- Sappho, griechische Dichterin
- Kleisthenes von Athen, griechischer Reformer und Begründer der Demokratie (
- um 570 v. Chr., † um 507 v. Chr.)
- Laotse (Lao Zi) Philosoph, Begründer des Daoismus
- Sun Zi Militärphilosoph, "Die Kunst des Krieges"
- Prophet Sacharja
- Polykrates

Erfindungen und Entdeckungen


- Dorischer Baustil
- Ionischer Baustil 00-06 ja:紀元前6世紀 ko:기원전 6세기

Persisches Reich

Als Perserreich wird das antike Großreich der Perser bezeichnet, das zeitweise von der heutigen Türkei bis nach Nordwestindien und Ägypten reichte, dessen Zentrum aber immer im heutigen Iran lag. Es bestand in unterschiedlicher Ausprägung und Gestalt von etwa 550 bis 330 v. Chr. (Achämenidenreich) und von ca. 224 bis 651 n. Chr. (Neupersisches Reich der Sassaniden). Im Folgenden soll ein knapper Abriss der Geschichte dieses antiken Weltreiches gegeben werden, wobei die Zeit der Seleukiden als eine Übergangszeit betrachtet wird, aber genauso auch auf das iranische Partherreich der Arsakiden eingegangen wird, welche die makedonisch-griechische Fremdherrschaft beendeten. In vielerlei Hinsicht lehnten sich auch die Sassaniden an die Parther an, sodass aus Verständnisgründen die Geschichte des vorislamischen frühen Persiens (Josef Wiesehöfer) einheitlich in diesem Artikel behandelt wird. Es muss außerdem darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir in weiten Teilen auf fremde Quellen angewiesen sind, die zudem die Perser meistens als Feinde wahrnahmen. Die persische Überlieferung ist oft sehr lückenhaft und weist – wie auch babylonische, armenische, syrische, griechisch-römische, arabische und andere Quellen – jeweils eigene Probleme auf, wobei auch die Inschriften, wie beispielsweise Behistun nicht unproblematisch sind .

Das Reich der Achämeniden (550–330 v. Chr.)

Die Gründung des persischen Weltreiches

Behistun Der Gründer des persischen Großreiches der Achämeniden war Kyros II. der Große, als sein Gestalter gilt jedoch Dareios I. Kyros wurde kurz nach 560 v. Chr. König von Ansan, einer Region in der Persis unter der Oberhoheit der Meder, die seit etwa hundert Jahren eine Hegemonie über diesen Raum ausübten. Kyros gelang es um 550 v. Chr., diese Oberherrschaft abzuschütteln. In den nachfolgenden Jahren eroberte Kyros das Mederreich und schuf damit die Grundlagen des persischen Großreiches, auch wenn die Meder weiterhin im neuen Reich eine wichtige Rolle spielten. In den griechischen Quellen werden die beiden iranischen Völker als Einheit betrachtet und deshalb die Perser auch als Meder bezeichnet. Mit dem Sieg über die Lyder unter Krösus 547/46 v. Chr. kam Kleinasien weitestgehend unter persische Herrschaft, ebenso wie die dortigen griechischen Stadtstaaten. 540/39 v. Chr. fiel auch Babylonien an Kyros, der von den Babyloniern begrüßt wurde, zumal das Verhältnis des letzten babylonischen Königs Nabonid zu den einflussreichen einheimischen Priestern gestört gewesen war. Kyros hingegen brachte den babylonischen Gottheiten den größten Respekt entgegen, was die Integration Babyloniens erleichterte. Durch die Eroberung Babyloniens gelangte auch Israel unter persische Kontrolle. In der Bibel sind die Perser folglich als Befreier vom babylonischen Joch fast das einzige nichtjüdische Volk, das stark positiv dargestellt ist, wobei an Kyros ohnehin seine Toleranz gepriesen wurde. Das persische Reich war infolge dieser Eroberungen das erste wirkliche Weltreich der Geschichte.

Dareios I. und der Beginn der Perserkriege

Weltreich Nach dem Tod seines Nachfolgers und Sohnes Kambyses, der Ägypten dem Reich eingegliedert hatte, den die Quellen aber in den düstersten Farben beschreiben, kam es zu einer Nachfolgekrise. Der Inschrift von Behistun zufolge tauchte ein Mager mit Namen Gaumata auf und behauptete, Bardiya, der totgeglaubte Sohn des Kyros, zu sein. Dareios I. habe dann den Betrüger besiegt und den Thron bestiegen. Die moderne Forschung hält es für möglich, dass der Bericht des Dareios nicht mehr als ein Rechtfertigungsversuch für dessen Usurpation des Throns und Gaumata tatsächlich der echte Bardiya gewesen sein könnte – diese Theorie kursierte bereits in der Antike und wird schon von Herodot erwähnt, lässt sich aber letztlich nicht beweisen. Dareios I., ein entfernter Verwandter Kyros' II. (auch wenn Stimmen in der Forschung meinen, dies sei nur eine Konstruktion des Dareios gewesen), komplettierte den Rohbau des Reiches, indem er dessen Verwaltung in Satrapien organisierte, die Wirtschaft stärkte und Teile Indiens und Thrakiens dem Reich anschloss. Außerdem baute er die beiden wichtigsten archämenidischen Residenzen auf, Susa und Persepolis. Doch kam es bald schon zu einem Ereignis, welches schwerwiegende Folgen für die persische Geschichte haben sollte. Um 500 v. Chr. brach vermutlich auch aufgrund wirtschaftlicher Probleme und nicht nur aufgrund der von Herodot beschriebenen Ereignisse ein Aufstand der kleinasiatischen Griechen aus, der bis 494 v. Chr. andauerte und als Ionischer Aufstand bezeichnet wird. Die Perser reagierten mit einer Strafexpedition gegen das griechische Mutterland, wurden aber 490 v. Chr. bei Marathon von den Athenern vernichtend geschlagen. Dies war der Beginn der so genannten Perserkriege, über deren Verlauf uns Herodot Auskunft gibt, wenn auch manche seiner Beobachtungen mit Vorsicht zu genießen sind. Die militärischen Auseinandersetzungen wurden zu einem bestimmendem Element der Beziehungen zwischen den griechischen Poleis und dem Perserreich. Der weitaus größere Feldzug des Xerxes, wobei die bei Herodot überlieferten Zahlenangaben jedoch völlig übertrieben sind, scheiterte ebenso: In der Schlacht von Salamis und der Schlacht von Plataea wurden die in der Überzahl befindlichen Perser erneut besiegt. Der 481 v.Chr. gegründete Hellenenbund ging gar zum Gegenangriff über und befreite die kleinasiatischen Griechen. Persien akzeptierte diesen Verlust vorläufig, zumal es genügend Probleme im Inneren gab, etwa die Abfallbewegung peripherer Reichsteile wie Ägypten, welches aufgrund der Kornversorgung von großer Bedeutung war. Außerdem nahm die Macht der Satrapen zu, von denen einige in der Folgezeit immer wieder den Aufstand probten.

Vom Peloponnesischen Krieg zum Königsfrieden

Es kam wahrscheinlich 449 v. Chr. zum in der Forschung allerdings umstrittenen so genannten Kalliasfrieden, der den Status Quo zementierte: Die Perser akzeptierten die Selbstständigkeit der kleinasiatischen Griechen und betrachteten die Ägäis als ein griechisches Meer, wofür im Gegenzug die Griechen keine kriegerischen Aktionen gegen Persien unternahmen. Doch gab der persische Großkönig mitnichten auf. Im Peloponnesischen Krieg unterstützte Dareios II. Sparta, das im Gegenzug versprach, Kleinasien den Persern zu übergeben. Nach Spartas Sieg kam es darüber zum Konflikt und zu Kampfhandlungen zwischen dem gerade erst siegreichen Sparta und dem Perserreich. Es gelang Sparta nicht, die Perser entscheidend zu schlagen. Die immer noch starke Stellung des Perserreiches – trotz eines Thronkampfes zwischen Artaxerxes II. und seinem Bruder Kyros (siehe dazu auch Xenophons berühmte Anabasis) – kam dadurch zum Ausdruck, dass es als Garantiemacht für den so genannten Königsfrieden (auch Frieden des Antalkidas genannt) im Jahre 387/86 v. Chr. auftrat. Darin erreichte der persische Großkönig Artaxerxes II. die Abtretung Kleinasiens, Zyperns und von Klazomenai. Persien profitierte letztendlich am meisten vom Peloponnesischen Krieg, der das Machtgleichgewicht in Griechenland selbst zerstört hatte, wo es nun zu Kämpfen um die Hegemonie zwischen Athen, Sparta und Theben kam.

Innere Verhältnisse im Achämenidenreich

Theben Dass Persien während der Perserkriege nicht mit aller Macht gegen die Griechen vorging, lag auch darin begründet, dass es im Inneren des Reiches stets zu Unruhen kam (Thronkämpfe, Aufstände der besiegten Völker, vor allem in Ägypten, dazu Aufstände einzelner Satrapen), zumal nicht wenige Großkönige eher unfähig waren. Außerdem musste das Perserreich bis hin in die Zeit der Sassaniden sich der Bedrohung der Steppenvölker an der Nordostgrenze erwehren. Dennoch verfügte das Perserreich der Achämendien über eine gewaltige Finanzkraft, was besonders im Peloponnesischen Krieg deutlich wurde, als persische Subsidien den Krieg zu Gunsten Spartas entschieden. Die Beziehungen zwischen dem Perserreich und den Griechen waren jedoch nicht nur kriegerischer Natur. Vielmehr kam es auch zu einem vielschichtigen kulturellen Austausch. Griechische Söldner waren neben der Leibwache der einzig brauchbare Teil des riesigen, aber relativ wirkungslosen persischen Heeres, das im 4. Jahrhundert v.Chr. an Schlagkraft verlor. Griechische Gelehrte wirkten in Persien. Der persische Einfluss auf die griechische Kultur war geringer, aber dennoch vorhanden (zum Beispiel die Vorstellung eines göttlichen Dualismus), wie doch überhaupt die Griechen durchaus empfänglich für Impulse aus dem Orient waren (Einfluss auf die griechische Literatur seit Homer). Im religiösen Bereich sind viele Fragen offen: Unter den Achämeniden wurde die von Zarathustra gestiftete Religion (siehe Zarathustrismus) jedenfalls nicht zur Staatsreligion erhoben. Vielmehr ist unklar, in welcher Weise die altpersischen Weisen in dieser Zeit verehrt wurden (vgl. dazu auch M. Boyce: Achaemenid Religion, in: Encyclopaedia Iranica 1 (1985), 426-29). Der König der Könige wurde auch keineswegs als Gottkönig verehrt, stand aber dennoch in einem besonderen Verhältnis zu Auramazda (Gottesgnadentum) und war den einfachen Untertanen völlig entrückt. Dies erklärt auch teilweise, warum die Proskynese von den Griechen in diesem Zusammenhang als Zeichen eines orientalischen Despotimus gedeutet wurde, welcher den griechischen Freiheitsidealen konträr gegenüber stand. Der Großkönig stellte seinen Reichtum offen zur Schau (siehe den prächtigen Palast von Persepolis) und regierte mit Hilfe einer straff organisierten Bürokratie (Dienstadel, siehe auch Chiliarch), über eine weitere Abstufung unterhalb der Satrapien ist nichts bekannt. Das Aramäische diente als lingua franca, daneben wurde Altpersisch und Altbabylonisch als Amtssprache benutzt. In religiöser Hinsicht waren die Achämeniden tolerant, was auch ein Mittel war, die Macht in den eroberten Gebieten zu sichern.

Alexander der Große und das Ende der Achämenidenreiches

Artaxerxes III. war der letzte bedeutende Großkönig der Achämeniden. Ihm gelang die Unterwerfung des abtrünnigen Ägyptens, welches sich Jahrzehnte zuvor vom Reich gelöst hatte, doch brach nach seinem Tod 336 v. Chr. der Untergang über das archämenidische Persien herein. Der Makedonenkönig und geniale Feldherr Alexander der Große eroberte (angeblich als Rachefeldzug für die Zerstörung Griechenlands während der Perserkriege, in Wirklichkeit ging es um machtpolitische Interessen) ab 334 v. Chr. das persische Großreich. Dieses war mitnichten ein Koloss auf tönernen Füßen, sondern stellte noch immer ein intaktes Reich dar, Alexanders Feldherrentalent gab jedoch den Ausschlag für die schnelle Eroberung. Alexander der Große Der letzte Achämenide, Dareios III., wurde mehrmals geschlagen und schließlich auf der Flucht von einem seiner Untergebenen umgebracht (330 v. Chr.). Die Idee der Weltmacht lebte jedoch weiter, erst bei Alexander, dann bei seinen Nachfolgern in Persien, den Seleukiden.

Zeit der Seleukiden (305–125 v. Chr.)

Hauptartikel: Seleukiden Nach dem Tod Alexanders kam es zu den so genannten Diadochenkriegen. In diesen setzte sich im Osten ein Weggefährte Alexanders, Seleukos I. durch. Der Iran war während des Hellenismus jedoch nur teilweise und unvollständig unter der Kontrolle der Seleukiden. Dies war zum einen der Größe des Raumes, andererseits der geringen Anzahl von Griechen bzw. Makedonen geschuldet, die diese Region kontrollieren mussten. Die ersten Seleukiden bevorzugten zwar Makedonen und Griechen, versuchten aber, einen modus vivendi mit den Einheimischen zu schaffen. Diese Ausgleichspolitik war zu Anfang durchaus erfolgreich. Die ersten Zerfallserscheinungen traten mit dem Abfall Baktriens (ca. 256 oder 240 v. Chr.) auf. So beschränkten die Seleukiden ihre Herrschaft auf den westlichen Teil Irans sowie auf Mesopotamien, Syrien und Kleinasien. Im Osten traten in dieses Machtvakuum die Parther, die um 240 v. Chr. den Nordosten des Irans in Besitz nahmen. Antiochos III. versuchte noch durch seine berühmte Anabasis (dt.: „Hinaufmarsch“; gemeint ist ein Feldzug in die Oberen Satrapien, der von etwa 212 bis 205 v. Chr. dauerte), diese Regionen wieder unter die Oberhoheit der Zentralregierung zu zwingen, musste sich jedoch letztendlich mit einer formalen Oberherrschaft zufrieden geben. In den nächsten Jahrzehnten verloren die Seleukiden, bedingt durch interne Auflösungserscheinungen ihres Staates und stärkeres Engagement im Westen gegen das Römische Reich, fast sämtliche östlichen Territorien. Schließlich ging auch Mesopotamien verloren, womit die Seleukiden auf ihre westlichen Randbesitzungen beschränkt wurden.

Die Arsakiden (ca. 240 v. Chr.–224 n. Chr.)

Hauptartikel: Parther Die (nicht-persischen, aber iranischen) Partherherrscher der Arsakiden eroberten während des langsamen Zerfallsprozesses des Seleukidenreiches nach und nach eine Region, die ungefähr deckungsgleich mit dem modernen Irak und Iran ist. Unter Mithridates I. (171–139/38 v. Chr.) besetzten sie 141 v. Chr. Mesopotamien, wobei sie die Seleukiden auf den äußersten Westen ihres ehemaligen Riesenreiches beschränkten, und das gräko-baktrische Reich. Auch wenn das Partherreich weiterhin Angriffen der zentralasiatischen Steppenvölker ausgesetzt war (siehe unter anderem Kuschan) und im Westen Rom aktiv wurde, konnten die Parther sich behaupten. Vor allem mit Rom brachen die Kämpfe seit den 50er Jahren des 1. Jahrhunderts vor Christus nicht mehr ab. Armenien war und blieb ein Streitpunkt und unter Pompeius wurden die Römer nach Errichtung der Provinz Syria 64/63 v. Chr. zu direkten Nachbarn der Parther. Diese Kämpfe verliefen sehr wechselhaft. So siegten etwa die Parther in der Schlacht bei Carrhae im Jahre 53 v.Chr. über ein römisches Heer (die erbeuteten Feldzeichen wurden 20 v.Chr. von König Phraates IV. dem ersten römischen Kaiser Augustus zurückgegeben). Doch auch wenn es den Römern mehrmals gelang, in das Reich einzudringen (so wurde die de facto Hauptstadt Seleukeia/Ktesiphon wiederholt belagert bzw. erobert), so konnten sie diesen Raum nie dauerhaft in Besitz nehmen, ihre Invasionen blieben eine Episode. Selbst die Eroberungen Trajans (ab 114 hatten römische Truppen nach und nach weite Teile des westlichen Partherreiches im Zweistromland unter Kontrolle gebracht und auch Ktesiphon erobert), die Hadrian wieder aufgeben musste, oder die insgesamt erfolgreichen Kämpfe des römischen Kaisers Marc Aurel. Vor allem das parthische Heerm das hauptsächlich aus berittenen Bogenschützen bestand, bewährte sich in den Auseinandersetzungen gegen Rom. Im Inneren waren die Parther der griechischen Kultur gegenüber sehr aufgeschlossen und scheinen generell relativ tolerant gewesen zu sein - wenn auch freilich in Grenzen. Zahlreiche Elemente hellenistischer Herrschaft bestimmten das Leben am parthischen Hof, auch wenn der iranische Einfluss nach der Zeitenwende wieder zunahm. Der Adel hatte gegenüber dem König relativ große Freiheiten; so bemerkte Plinius, seiner Meinung nach sei das Partherreich eine Gruppe von Königreichen. Tatsächlich gab es Unterkönige, doch gefährdeten diese zunächst nicht den Gesamtbestand des Staates, der insgesamt sehr locker aufgebaut war, wenngleich die inneren Kämpfe im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. zweifellos die Macht des Königtums weiter schwächten; diese Schwäche hatte Trajans schnelle Eroberung wohl auch erst ermöglicht. Das Ende für die Arsakiden kam dennoch aus dem Inneren des Reiches: Der letzte Arsakide, Artabanos IV. (nach anderer Zählung Artabanos V.), wurde vom Unterkönig der Persis, Ardaschir I., im Jahr 224 n. Chr. in der Schlacht von Hurmuzgan getötet. Bald darauf brach die Arsakidenherrschaft zusammen und eine neue Dynastie übernahm die Führung des Reiches: die Sassaniden, die das Reich erneuerten und zu einem tödlicheren Gegner Roms wurden, als es die Parther je waren.

Die Sassaniden (224–651)

Hauptartikel: Sassanidenreich

Das Wiedererstarken Persiens unter den Sassaniden

Die Sassaniden (richtiger Sasaniden) eroberten innerhalb weniger Jahre den parthischen Raum und drangen zum Teil auch noch weiter vor. Unter ihrer Herrschaft wurde das griechische Element stark zurückgedrängt (eine Tendenz, die bereits unter den Parthern nach der Zeitenwende eingesetzt hatte), und die traditionellen iranischen Werte wurden betont. Die neue Dynastie suchte nach religiöser Legitimation: Der Zoroastrismus wurde so einflussreich wie nie zuvor, auch wenn nicht von einer Staatsreligion im eigentlichen Sinne gesprochen werden kann, denn bis zuletzt wurden in der Regel auch andere Kulte erlaubt. Besonders der wiederholt formulierte Anspruch der sassanidischen Großkönige, König von Iran und Nicht-Iran zu sein, bekräftigte die ehrgeizigen Pläne. Die Sassaniden sahen sich in der Nachfolge der Achämeniden (von denen sie allerdings fast nichts mehr gewußt haben dürften) und knüpften an deren expansiven Politik an: Ziel war es vielleicht, die Grenzen des alten Perserreiches wieder herzustellen – wahrscheinlich ging es faktisch aber nur um die Vertreibung der Römer aus Armenien und Mesopotamien. Bereits unter Schapur I. brachte man den Römern einige empfindliche Niederlagen bei. Schapur I.

Das römisch-persische Verhältnis – zwischen Konfrontation und Koexistenz

Der Konflikt zwischen diesen beiden antiken Supermächten verschärfte sich zunächst zunehmend, es kam jedoch mit der Zeit auch zu einer bemerkenswerten Wandlung: Die Römer akzeptierten die Sassaniden als gleichberechtigt. Für sie waren diese Perser keine Barbaren mehr wie die Germanen, son