Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Steinigung

Steinigung

Steinigung (lat. lapidatio) ist eine schon bei Israeliten (Hebräern), Griechen, Makedoniern und Persern verwendete Art der Hinrichtung. Dazu fanden sich Bürger zusammen, die meist nach einem Urteil eines Rechtsorgans (König oder Gericht) den Delinquenten durch Steinwürfe töteten.

Altes Testament

Im Alten Testament ist die Steinigung die typische Vollzugsform für die Todesstrafe. Instruktiv ist hierfür LEV 24,14 (u.f.), an welcher Stelle Gott selbst zu Mose spricht: :»Lass den Flucher [sc. der den Namen des Herrn missbrauchte] vor das Lager hinausführen, und alle, die es gehört haben, sollen die Hände auf sein Haupt stützen, und dann soll ihn die ganze Gemeinde steinigen« Weitere Beispiele finden NUM 14,10 und DTN 13,11; 17,5 und 22,21 das die Steinigung für eine Frau vorsieht, die beim Eheschluss nicht mehr Jungfrau war. (Vgl. auch EX 21,29 und LEV 20,16). Im Neuen Testament wird aber durch das von Jesus gepredigte Evangelium diese Strafe relativiert (Joh 8, ff)

Steinigungen in Geschichte und Gegenwart

Ein berühmtes Opfer der Steinigung war der Azteken-Kaiser Moctezuma II. Heute ist die Steinigung (arab. ar-radschm الرجم) noch in bestimmten islamisch geprägten Regionen und Ländern in Anwendung. Sie kann nach der Schari'a zur Bestrafung nur eines der so genannten Hadd-Vergehen, nämlich Ehebruch zwischen zwei Personen, die mit anderen verheiratet sind oder waren, bei dem mindestens vier Zeugen unmittelbar dabeigewesen sein müssen, d.h. beim unmittelbaren Geschlechtsakt, oder nach einem Geständnis ausgesprochen werden. Während die Anwendung der Steinigung in manchen dieser Ländern eher im Steigen begriffen ist bzw. erstmalig zur Anwendung kommen soll (z. B. im islamisch geprägten Norden Nigerias), was aber wohl eher mit Missbrauch von Macht und mit Unterdrückung zu tun hat, sind in anderen Ländern (Iran) Bestrebungen im Gange, die Steinigung durch "weniger grausame" Hinrichtungsarten zu ersetzen - laut Amnesty International wurde im Iran im Berichtsjahr 2003 an mindestens 2 Personen die Steinigung vollzogen. Dabei wurden die Opfer der Hinrichtung bis zu den Knien im Erdboden eingegraben und komplett mit einem undurchsichtigen Tuch verhüllt. Die Steine durften nicht größer als die werfende Hand sein, damit das Hinrichtungsopfer nicht "zu schnell" stirbt.

Weblinks


- [http://www.steinigung.org/ Initiative zur Abschaffung der Steinigung]
- [http://www.todesstrafe.de/thema/geschichte/geschichte/steinigung.php Geschichte der Steinigung] Kategorie:Todesstrafe ja:石打ち

Israeliten

Als Israeliten werden die gemäß dem Bericht der Bibel aus den zwölf Söhnen Jakobs, der den Beinamen Israel trug, hervorgegangenen zwölf Stämme bezeichnet, das spätere Volk Israel. Die Israeliten als Volk werden zusammen mit den Aramäern, Midianitern, Edomitern und Joktanitern zu den Hebräern gerechnet. Zugleich haben die Israeliten oftmals den Begriff Hebräer zur reinen Selbstbezeichnung verwendet. Gemäß dem biblischen Bericht wanderten die Israeliten im 13. Jahrhundert nach Palasätina ein (Landnahme). 1209 v. Chr. wurden sie auf einer Inschrift des Pharaos Merenptah erstmals als Bevölkerungsgruppe in Palästina als ysrj'r erwähnt: M17-M17-O34:D21-M17-G1-D21:Z1
- T14-A1
- B1:Z2
Im späten 11. Jahrhundert bildeten die Israeliten das Königreich Israel, davor waren sie ohne einheitliche Führung in Stämmen organisiert. (Zu entsprechenden Theorien siehe Palästina (Region)) Zehn der zwölf Stämme Israels sollen der Überlieferung nach im Kampf gegen die Assyrer "verlorengegangen" sein (kontrovers dazu einige fundamentalistische Bewegungen, z.B. Christian Identity). Die verbliebenen Stämme Juda und Levi wurden gemeinsam als Juden bezeichnet. Diese empfinden mitunter heute selbst die Bezeichnung Israeliten als die korrektere. In deutschen Bibelübersetzungen heißen die Angehörigen des Volkes Israel bis heute so. Wie bei allen analog gebildeten Namen liegt das griechische Zugehörigkeitssuffix -it- zu Grunde, das der hebräischen Volksbezeichnung angehängt wurde (hoi Israêlitai). Für das im modernen Staat Israel lebende Staatsvolk lautet die deutsche Bezeichnung demgegenüber Israelis, oder Israeli (mit hebräischem Suffix). Damit ist lediglich die Staatsangehörigkeit bezeichnet und keine Zuordnung zu einer Weltanschauung oder Glaubensgemeinschaft verbunden. Siehe auch:
- Judentum, Christentum, Taschlich
- Portal:Religion, Portal:Bibel, Portal:Judentum Kategorie:Bibel Kategorie:Historische Ethnie Kategorie:Israelische Geschichte ja:イスラエルの失われた10部族

Griechen

Griechen

Die Griechen (auf griechisch Έλληνες, Éllines, Hellenen) sind ein indoeuropäisches Volk. Heute leben sie vor allem in Griechenland, und auf Zypern.

Die Auslandsgemeinden

Griechen lebten von der Antike an schon weit außerhalb ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes. Die Diasporagriechen siedelten zu Beginn des 20. Jahrhunderts in weit größerer Bevölkerungszahl außerhalb des heutigen griechischen Staatsgebietes als innerhalb.

Griechen im Ausland, Schätzungen der griechischen Botschaften 1988

Albanisches Nord-Epirus

Der zu Albanien gehörende nördliche Teil der Region Epirus (Ήπειρος, Ípiros) ist auch heute noch griechisch besiedelt. Die Region um die Stadt Argirókastro (Αργυρόκαστρο), auf albanisch Gjirokaster, wurde von mehr als 100.000 Griechen bewohnt. Über die heutige Zahl existieren recht unterschiedliche Angaben. Viele dürften nach Öffnung der Grenze aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage Albaniens nach Griechenland eingewandert sein. Zudem ist die Frage der Minderheitenrechte in Albanien ungeklärt. Dennoch dürfte die Zahl der Griechen in der Region bei ca. 50.000 (ca. 2% der Bevölkerung Albaniens) liegen. Auch in den albanischen Städten Vlora und der Hauptstadt Tirana leben einige tausend Griechen, deren Familien aber ursprünglich allesamt aus dem Nordepirus stammen.

Süditalien

Im Süden von Italien wird in zwei Regionen, Grecia Salentina (Salento) und Bovasia (Kalabrien), Griko gesprochen. Die Sprecherzahl wird auf 40.000 geschätzt.

Schwarzmeerregion

Die Pontier (Πόντιοι, Póndii) sind die größte griechische Gruppe, die um das Schwarze Meer ansässig war. Ihr Siedlungsgebiet reichte von der Stadt Sinop (Σινώπη, Sinópi) im Westen bis kurz vor Batumi im Osten. Größte Stadt der Region war Trabzon (Τράπεζους). Viele Städte in der heute türkischen Region waren bis 1922 nahezu 100%ig von Griechen bevölkert, doch nach der Kleinasiatischen Katastrophe 1922 mussten alle Griechen das Land verlassen, und es wurde von Türken besiedelt. In dieser Region leben heute keine Griechen mehr. An der georgischen Schwarzmeerküste ließen sich Griechen aus dem Pontus (Πόντος, Póndos) im Mittelalter ebenso nieder wie die Urumer in Abchasien. Viele dieser Familien wurden aber von den Einheimischen assimiliert, die anderen sind nach dem Fall des Eisernen Vorhangs meist nach Griechenland eingewandert. Daneben siedelten Griechen bis ins 20. Jahrhundert an der bulgarischen Schwarzmeerküste um die Stadt Burgas sowie in Ostthrakien. In den Städten Constanţa, Plovdiv (Φιλιππόπολη, Philippópoli) sowie Odessa bildeten sie ebenso große Gemeinden, wenn auch nicht die Mehrheit der Bevölkerung wie in Teilen der Krim. Die Rum sind die einzigen Nachfahren der griechischen Byzantiner. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 konvertierten die meisten der im Schwarzmeerraum verbliebenen griechischen Christen zum Islam. Ihre muslimischen Nachkommen sprechen Rumca, einen griechischen Dialekt, der keine Schriftform kennt. Beliebtes Musikinstrument ist die kawal, eine Hirtenflöte.

Kleinasien

Außer den bereits angesprochenen Pontiern lebten bis 1922 auch in anderen Regionen Kleinasiens mehrheitlich Griechen. Größte griechische Stadt in dieser Zeit war Smyrna (Σμύρνη), heute İzmir. Fast die gesamte, heute türkische Ägäisküste war von Griechen besiedelt. In großen Regionen stellten sie die überwiegende Bevölkerungsmehrheit. Auch an der Südküste, in der heutigen türkischen Provinz Hatay, lebten viele Griechen. All diese mussten im Zuge des Bevölkerungsaustauschs nach 1922 ins griechische Staatsgebiet umgesiedelt werden. Heute leben außer auf den türkischen Ägäisinseln Imbros (Ίμβρος) und Tenedos (Tένεδος) sowie in Istanbul (Κωνσταντινούπολη, Konstantinopel) keine Griechen mehr in der Türkei. Die verbliebenen in der Provinz Hatay mussten zwangsweise Türkisch lernen und sprechen, so dass sie schnell assimiliert wurden.

Naher Osten

Während noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast 500.000 Griechen in Ägypten in und um die Stadt Alexandria lebten, waren es 1950 nur mehr noch knapp 100.000 und im Jahr 2000 kaum mehr als 5.000. Daneben gab und gibt es auch noch heute einige kleinere griechische Gemeinden im Irak und im Libanon. Die Griechen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Bahrain sind als Gastarbeiter oder Geschäftsleute in den letzten Jahrzehnten dorthin abgewandert.

Nordamerika

Als Teil der europäischen Einwanderungswellen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wanderten auch viele Griechen in die USA und nach Kanada aus. Viele von ihnen bewahrten ihre kulturelle Identität. Die griechische Botschaft in den USA schätzt die dortige Zahl der Griechen auf über 3.000.000. Nochmals etwa 400.000 leben in Kanada. In und um Chicago leben etwa 250.000 Griechen, in und um New York weitere 200.000. In Montréal und Toronto in Kanada schätzt man die Zahl der griechischen Einwohner auf jeweils 90.000. Straßen sind in diesen Wohngebieten in Nordamerika oftmals auch griechisch beschildert.

Südamerika

Während der Auswanderungswelle nach Nordamerika verschlug es auch etwa 50.000 Griechen nach Südamerika, vor allem nach Brasilien, wo alleine in São Paulo 20.000 Griechen leben.

Australien

Auch diese Griechen sind Auswanderer und deren Nachkommen. 75% der etwa 700.000 Griechen in Australien leben in Sydney und Melbourne.

Deutschland

Etwa 1.000.000 Griechen waren im Laufe der Gastarbeiterzeit in der Bundesrepublik Deutschland. Da aber eine dauernde Fluktuation herrschte, erreichte die Wohnbevölkerung mit über 400.000 Griechen in den Jahren 1973 und 1974 ihren Höchststand. Heute leben knapp 340.000 in Deutschland, die Verteilung ist allerdings regional sehr unterschiedlich. Es existiert ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Außerdem leben mehr Griechen in städtischen Gebieten als auf dem Land. Die Entwicklung der griechischen Wohnbevölkerung in Deutschland. Quelle:Statistisches Bundesamt Aufenthaltsdauer der Griechen in Deutschland (Stand: 2001), Quelle:Statistisches Bundesamt Berühmte Deutsch-Griechische Persönlichkeiten Prof. Spiros Simitis (ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Ethikrates der BRD) Prof. Wassilios E. Fthenakis (Pädagoge, Träger des Bundesverdienstkreuzes der 1. Klasse der BRD) Prof. Margarita Mathiopoulos (Direktorin des Potsdam Center For Transatlantic Security And Military Affairs) Dr. Jorgo Chatzimarkakis (FDP-Politiker im EU-Parlament) Alexia Bichmann (ehemals Nachrichtensprecherin bei N-TV) Anastasia Zambonis (MTV-Moderatorin, Moderatorin der "Wetten Dass,..."-Außenwette) Jorgo Papavassiliou (Regisseur - "Haialarm auf Mallorca", "Die Sitte", uvm.) Dieter Landuris (griechischer Vater; Schauspieler - Ulli Fichte in "Alles außer Mord") Susan Sideropoulos (Schauspielerin griechisch-jüdischer Herkunft, "Gute Zeiten, schlechte Zeiten") Maria Ketikidou (Schauspielerin, "Großstadtrevier") Despina Pajanou (Schauspielerin, "Doppelter Einsatz") Domna Adamopoulou und Hermes Hodolides (Schauspieler, "Lindenstraße") Adam Bousdouskos (Schauspieler, Fatih Akins "Kurz und Schmerzlos") Nektarios Bamiatzis (Sänger, bekannt geworden durch die erste "DSDS"-Staffel) Vicky Leandros (Schlagersängerin) Costa Cordalis (Schlagersänger) Nana Mouskouri (Sängerin) Agnes Baltsa (international bekannte Opernsängerin, Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan in Berlin) Kostas Murkudis (international bekannter griechischer Modedesigner aus München) Jeffrey Eugenides (griechisch-amerikanischer Schriftsteller und Pulitzerpreisträger, der in Berlin lebt) Petros Markaris (schreibt und übersetzt deutsche Literatur) Angelos Charisteas (Fußballer, ehemals Werder Bremen) Ioannis Amanatidis (Fußballer, Eintracht Frankfurt) Dimitris Mitropoulos (1896 - 1960; berühmter Komponist u.a. an der Berliner Staatsoper) Herbert von Karajan (Komponist, griechische Vorfahren namens "Karaioannis") Joseph Pilates (Berühmter Trainer deutsch-griechischer Herkunft) Wilhelm Canaris (Chef der Deutschen Abwehr im 2. Weltkrieg, Vorfahren griechischer Herkunft)

Kuriosa

Zu den Kuriosa zählen wohl die Kafir-Kalas, ein Volk, welches im heutigen Afghanistan in einer abgeschiedenen Bergregion lebt und von Ethnologen in den 90er Jahren näher untersucht wurde. Dabei stellte sich heraus, dass es sich um direkte Nachfahren der Makedonen aus Zeiten von Alexander dem Großen handelt. Ihre Sprache ist dem heutigen Griechisch eng verwandt: Viele Worte und Laute klingen ähnlich. Kategorie:Europäische Ethnie

Makedonier

Als Mazedonier, Mazedonen, Makedonier oder Makedonen bezeichnet man:
- ein antikes indogermanisches Volk, siehe antike Makedonen
- ein modernes, ebenfalls indogermanisches, allerdings slawischsprachiges Volk, siehe Slawische Mazedonier
- die Bevölkerung der Republik Mazedonien
- die Bevölkerung der griechischen Provinz Makedonien

Perser (Volk)

Die Perser waren ursprünglich ein westiranisches Volk in der Region nördlich des (nach ihnen benannten) persischen Golfs, im Gebiet der Persis (die heutige iranische Provinz Fars). Heute bezeichnet man allgemein alle Persisch-sprechenden Menschen iranischer Herkunft als Perser. In Zentralasien nennt man sie Tadschiken, im Kaukasus nennt man sie Tat. Die arabische Bezeichnung für die Perser ist Adscham.

Ursprung des Wortes Perser

Das Wort Perser bzw. Farsi hat seinen Ursprung im Wort Persis, einer Region im Süden des heutigen Iran und einstiges Zentrum des persischen Weltreiches. Das Wort war ursprünglich der Name nur eines einzigen iranischen Stammes. Doch nach dem Siegeszug der Makedonen, die alle iranisch-stämmigen Menschen im Perserreich Perser nannten, wurde dieser Begriff immer mehr zur Selbstbezeichnung aller Persisch-sprechenden Menschen der Region, die iranischer Abstammung waren. Die Araber, die im 7. Jht. n. Chr. Persien im Zeichen des Islam eroberten, konnten den Buchstaben "P" nicht aussprechen. Somit wurde das alte griechisch-persische Parsi zu Farsi. Heute ist dieser Begriff sowohl der Name der Bevölkerung, als auch umgangssprachlich der Name der persischen Sprache. Bis zum Siegeszug der Araber war das Wort Parsi keine Selbstbezeichnung der Perser. Wie alle iranischen Stämme bevorzugten auch sie die Identität ihrer arischen (=iranischen) Vorfahren, und bezeichneten sich selbst Iranier und ihr Land Iran (mit verschiedenen Aussprachen: Aryana, Eran, Eron, Iran-Shahr, etc.) So bezog sich der Prophet Zarathustra direkt auf die iranischen Völker, und auch der persische Dichter Ferdousi erzählt in seinem Schahnama von Iran und Iraniern. Das Wort Arier darf in diesem Fall jedoch nicht mit dem nationalsozialistischen Bild des Ariers verwechselt werden. 1936 bat der damalige Staat Persien die internationale Gemeinschaft, das Land fortan nur noch Iran zu nenen - unter massiven Protesten des Nachbarstaates Afghanistan, welcher, wie heute auch Tadschikistan, ebenfalls den Begriff kulturell für sich beansprucht. Heute unterscheidet man zwischen:
- Iraner = Staatsbürger der Islamischen Republik Iran
- Iranier = Menschen mit iranischer Abstammung, d.h. Nachkommen der einstigen iranischen Baktrier, Perser, Meder, Sogdier, Parther, etc. Im engeren Sinn handelt es sich dabei hauptsächlich um die heutigen Perser (Tadschiken), Kurden, Paschtunen und Belutschen. In der persischen Mythologie bezieht sich das Wort nur auf die Perser.
- Perser = Persisch-sprachige Menschen iranischer Herkunft. Die Kurden und Paschtunen sind demnach keine Perser.
- Tadschiken = Alt-türkische Bezeichnung für Perser, die in Zentralasien leben. Heute bezieht sich das Wort fast ausschließlich auf die Persisch-sprachige, iranische Bevölkerung in Tadschikistan, Usbekistan und Afghanistan. Im Gegensatz zum Wort Perser hat sich das Wort Tadschik bis heute nicht als Selbstbezeichnung jener Bevölkerung durchgesetzt. Möglicher Ursprung des Wortes ist wahrscheinlich der alt-chinesische Begriff Ta-Hia (Baktrien).
- Adscham = arabischer Name für das Volk der Perser; Selbstbezeichnung der persischstämmigen Bevölkerung in Bahrain, Kuwait, UAE und im restlichen arabischen Sprach- und Kulturkreis. Siehe auch: [http://www.staff.uni-marburg.de/~widmer/parsa.pdf Etymologisches und Historisches zum Namen der Perser (Paul WIDMER, Philipps-Universität Marburg)]

Geschichte

UAEUAE Erstmals wurden die Perser nachweislich von den Assyrern in ihren Inschriften aus dem Jahre 843 v. Chr. erwähnt, wo sie in die nordöstlichen Teil Assyriens eindrangen. Die Perser, die sich selbst Artaioi nannten, waren die direkten Nachkommen der Aratti, ein arisches Volk aus dem Osten des antiken Iran (wahrscheinlich die Region Sistan, im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Iran). Ca. 1000 v. Chr. wanderten die Aratti in Persis ein (daher der moderne Name Perser). Nach ihrem Sesshaftwerden eroberten sie das Reich von Elam und lösten das medische Reich um 550 v. Chr ab. Das Perserreich entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Zivilisationen in Vorderasien und prägte die Geschichte der Menschheit. Nach ihrer Niederlage gegen die Makedonen und Griechen unter Alexander dem Großen wurden sie hellenisiert, behielten aber ihren großen kulturellen Einfluss über Jahrhunderte hinweg. Die heutigen Perser sind jedoch, wie oben schon angesprochen, nicht identisch mit dem antiken Volk der Perser. Somit kann die Geschichte der Perser nicht auf die Geschichte eines einzigen Volkes miniminiert werden. Für die genauere Geschichte der einzelnen iranischen Völker, den Vorfahren der heutigen Perser, siehe:

Antike


- Arier/Iranier, indoeuropäische Vorfahren der heutigen Perser
  - Die Aratti, die direkten Vorfahren der Perser
- Avesta, das heilige Buch des Zoroastrismus; seine Ursprünge liegen im ostiranischen Baktrien
- Perserreich, die 3 Imperien der Perser:
  - Achämeniden, das erste Weltreich der Geschichte
  - Arsakiden, Königsgeschlecht aus Parthien
  - Sassaniden, das letzte große Imperium des antiken Iran

Frühes Mittelalter


- Abu Muslim Khorassani, persischer Patriot und Widerstandskämpfer
- Kalifat der Abbasiden, mit dem Kalifat der Abbasiden übernahmen die Perser die Macht in der islamischen Welt
- Persische Dynastien der:
  - Barmakiden
  - Bujiden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Islamisierung in Westpersien
  - Samaniden, erste unabhängige persische Dynastie nach der Arabisierung in Ostpersien
  - Ghuriden, die letzte persische Dynastie in Ostpersien vor der türkischen Eroberung

Spätes Mittelalter


- Safawiden
- Afschariden

Neuzeit


- Iran
- Afghanistan
- Tadschikistan

Sprache, Kultur und Religion

Religion

Tadschikistan Die meisten heutigen Perser bekennen sich zum imamitischen Islam. Diese Tradition geht nicht nur auf die imamitischen Safawiden zurück, die im späten Mittelalter diese Richtung des schiitischen Islam radikal verbreiteten, sondern reicht über die schiitische Dynastie der Bujiden viel weiter zurück, bis zu den Anfängen des Islam in Persien. Heute wird die Kultur der Perser mit dem Schiismus identifiziert. Man bezeichnet allgemein schiitische Perser Farsen, während sunnitische Perser (in Zentralasien) Tadschiken genannt werden. (Genaueres unter: Tadschiken)

Sprache

Ein Großteil der Perser spricht das Neupersische, das eine mit vielen arabischen Wörten durchsetzte und in syrisch-aramäischer Schrift (arabischer Schrift) geschriebene Form des indogermanischen Persisch ist. Somit gehören auch die heutigen Perser zur indogermanischen (indoeuropäischen) Völkerfamilie.

Kultur

Die Perser haben das Bild des Orient maßgeblich geprägt. Das wohl bekannteste Werk der muslimisch-persischen Literatur in der westlichen Welt ist die Geschichtensammlung 1001 Nacht (pers. Hazar-o yak-Schab هزار و يكشب). Das Herz der persischen Kultur jedoch war und ist die Kunst der Dichtung. Nirgendwo sonst hat die Poesie eine so große Bedeutung im alltäglichen Leben der Menschen, wie im persischen Kulturkreis. Persische Dichter haben maßgeblich an der Entwicklung der neupersischen Sprache und der neupersischen Indentität beigetragen, u.a.:
- der Epik-Dichter Abū l-Qasem-e Ferdousī, der Autor des Schah-Nama (Königsbuch)
- der Dichter Hafis, der beliebteste Lyriker Persiens
- der Mystiker Saadi
- der Mystiker Abdur Rahman Dschami, der letzte große Sufi-Meister des Mittelalters
- der Mystiker und Romantiker Dschalal ad-Din Rumi, der bekannteste und erfolgreichste Sufi-Dichter des alten Persien Ebenfalls Perser/Tadschiken waren einige der berühmtesten Wissenschaftler, Gelehrte und Künstler des Mittelalters:
- der Arzt Ibn Sina (Avicenna), der heute als Vater der modernen Medizin gilt
- der Mathematiker Khwarismi; von seinem Namen und seinen Werken sind die Beriffe Algebra und Algorithmus abgeleitet
- der Dichter und Mathematiker Omar Chayyām
- der Astronom und Geschichtsschreiber Biruni
- der Maler Behzad

Perser heute

Weltweit beträgt die Zahl der ethnischen Perser (einschließlich der Tadschiken) mehr als 50 Millionen. Etwa 35 Millionen Perser leben im Iran (51% des Landes). In Afghanistan leben 8-10 Millionen Tadschiken (25-35% des Landes), weitere 7-10 Millionen Tadschiken leben in Zentralasien. Sie sind das vorherrschende Volk im heutigen Iran und in Tadschikistan. In Afghanistan bilden sie die zweitstgrößte ethnische Gruppe nach den Paschtunen. Zudem gibt gibt es bedeutende Gemeinden in Bahrain, im Irak, in Usbekistan, und seit dem Ende des 2. Weltkriegs auch in Europa und in den USA, etwa 3 Millionen In der Zeit der Islamisierung Persiens floh eine beträchtliche Anzahl von Persern nach Zentralasien, China und auf den indischen Subkontinent, wo sie auch heute noch als eigene ethnische Gruppe (Parsi) bestehen und wo sich Religion, überkommene Bräuche und Sprache besser erhalten haben als im eigentlichen Kerngebiet, das heute fast vollkommen islamisiert ist.

Literatur


- Josef Wiesehöfer: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs, München 1999.
- Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v.Chr., 2. Auflage 1999 ISBN 964-90368-6-5
- Richard Frye: Persien, Zürich 1963

Siehe auch

Iranier, Arier/Iraner, Tadschiken

Weblinks


- [http://www.iranica.com/ Encyclopaedia Iranica - wichtige Enzyklopädie, noch im Entstehen begriffen (englisch)]
- [http://www.JaVuN.com/ JaVuN.com - Das iranische Portal! (Infos über Iran, Nachrichten, Entertainment, Community)]
- [http://www.iranchamber.com/ Fachwissenschaftliche Seite "Iranchamber" (englisch)]
- [http://www.int-pub-iran.com/ipis05.htm Jahanshah Derakhshani: Die Arier in den nahöstlichen Quellen des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr.] Kategorie:Iranische Ethnie Kategorie:Persisches Reich

Hinrichtung

Eine Hinrichtung ist die Tötung eines sich in der Gewalt der Hinrichtenden befindlichen, gefangenen Menschen, meist als Vollzug einer von den Justizbehörden eines Landes ausgesprochenen Todesstrafe.

Hinrichtungsarten

Zur Hinrichtung wurden und werden folgende Hinrichtungsarten verwendet:
- Tod durch Erhängen (Galgen; Genickbruch oder Ersticken)
- Tod durch Genickbruch (Galgen; Garrotte)
- Tod durch Erschießen (Erschießung, Kopfschuss, Genickschussanlage), im militärischen Bereich spricht man von Füsilieren
- Tod durch Kreuzigung (im römischen Reich)
- Tod durch Vergiftung (Gaskammer, Giftspritze oder Einspritzung von Barbiturat (Hexobarbital), Muskelrelaxans (Pancuronium) und Kaliumchloridlösung; die möglicherweise bekannteste historische Hinrichtung mit Gift: der Schierlingsbecher des Sokrates)
- Tod durch Ersticken bzw. Ertränken (Gaskammer, Garrotte, Kreuzigung, Säcken oder Lebendigbegraben)
- Tod durch Enthauptung (mit Guillotine/Fallbeil, Handbeil oder Schwert), wenn öffentlich, dann auf dem Schafott
- Tod durch Auseinanderreißen des Körpers (Vierteilung)
- Tod durch Verbrennen (Scheiterhaufen)
- Tod durch Verfaulen (Hinrichtung mit den Mulden)
- Tod durch Erschlagen (Rädern, Fustuarium, Herabstürzen aus großer Höhe, z. B. von Türmen, Brücken), Steinigung (im alten Testament und in der Schari'a des fundamentalistischen Islam, Katapultieren)
- Tod durch Verbluten (Pfählen)
- Tod auf dem elektrischen Stuhl (nur in den USA, seit 1889 und Philippinen 1924 - 1976 )
- Tod durch Tiere: Schlangengrube, Zerreißen durch Löwen, Zertrampeln durch Elefanten, den Haien oder Krokodilen vorwerfen, u.a. (siehe auch Christenverfolgung und Tierhetzen im Römischen Reich)
- Tod durch Verhungern und Verdursten (durch Einmauern, Hungerbunker)

Symbolische Hinrichtung

In manchen Fällen wird das Schauspiel einer öffentlichen Hinrichtung vollzogen ohne dabei tatsächlich jemanden zu töten:
- Wenn das Opfer bereits tot ist (posthume Hinrichtung), so geschehen z.B. bei dem englischen Politiker Oliver Cromwell oder bei der Leichensynode.
- Wenn das Opfer nicht zugreifbar ist, z.B. wurden von der spanischen Inquisition geflohene Ketzer häufig in effigie, also in Gestalt einer Strohpuppe verbrannt. Auch heute noch ist bei radikalisierten politischen Kundgebungen manchmal das Verbrennen oder Erhängen von Puppen zu beobachten, die besonders gehasste Personen darstellen. Offenbar ist in solchen Fällen die Propagandawirkung der Hinrichtung, also die drastische Darstellung des Missfalles der durchführenden Partei gegenüber dem Hingerichteten, als Abschreckung oder verbindendes Gemeinschaftserlebnis, trotzdem noch vorhanden.

Deutsche Geschichte

Im Mittelalter wurden auch Arten der Folter angewandt, die schließlich zum Tode führten (z. B. während der Hexenverfolgung). Die einzelnen Hinrichtungsmethoden sind meist bestimmten Delikten zugeordnet, gelegentlich in Form spiegelnder Strafen. Bloße Lust an der Grausamkeit spielte wohl eine deutlich geringere Rolle als der unbefangene neuzeitliche Blick auf die Rechtspraxis des Mittelalters vortäuscht. Todesurteile wurden oft öffentlich grausamer vollstreckt als sie tatsächlich waren. Betäubungsmittel wurden bei der Folter, beim Gottesurteil und bei der sogenannten verschärften Hinrichtung eingesetzt. Das Retentum, eine Milderung, die man in Form einer geheimen Urteilsklausel einfügte, konnte z.B. bestimmen, dass der Hinzurichtende vor dem Rädern heimlich zu erdrosseln sei, der Hexe solle vor dem Verbrennen ein Sack mit Schießpulver um den Hals gehängt oder dem Delinquenten ein Betäubungsmittel eingegeben werden. Ein »Taumelbecher« als Gnadenakt wird bereits im Bibelbuch Sprüche (31,6f.) und bei Christi Kreuzigung (Myrrhen- bzw. Gallenwein) erwähnt (Lexikon des Mittelalters Bd. 1, Sp. 2083).

Deutsches Reich

Im Deutschen Reich fand die Hinrichtung in einem umschlossenen Raum statt. Teilnahmeverpflichtung bestand für zwei Personen des Gerichts der ersten Instanz, einen Gerichtsschreiber, einen Gefängnisbeamten und einen Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der Ort, in dem die Hinrichtung stattfand, konnte zwölf ehrenwerte Bürger abstellen, die freiwillig an der Hinrichtung teilnehmen konnten. Diese sollten die früher übliche Öffentlichkeit darstellen, die jedoch mit vielen unangenehmen Begleiterscheinungen einhergegangen war. Der Verteidiger und andere Personen (Geistliche, Verwandte) konnten auf Antrag ebenfalls der Hinrichtung beiwohnen. Über den Vorgang war stets ein Protokoll aufzunehmen. Der Leichnam des Hingerichteten war den Verwandten auszuhändigen, die ihn ohne größere Feierlichkeiten zu bestatten hatten.

Die letzten Hinrichtungen in Deutschland

Die letzte Hinrichtung in Deutschland fand am 26. Juni 1981 in der DDR, im Keller des Gefängnisses von Leipzig, statt: der 39-jährige Stasi-Hauptmann Dr. Werner Teske, dem vorgeworfen wurde, dass er sich mit Akten in den Westen absetzten wollte (Spionagetatbestand), wurde mittels des "unerwarteten Nahschuss" hingerichtet. Hierbei verkündete der Staatsanwalt dem völlig ahnungslosen Delinquenten die beiden Sätze "Das Gnadengesuch ist abgelehnt. Ihre Hinrichtung steht unmittelbar bevor." Daraufhin trat hinter Teskes Rücken und unbemerkt von diesem der letzte deutsche Henker Hermann Lorenz an das Opfer heran. Ohne weitere Umschweife schoss dieser Teske mit seiner Armeepistole in den Hinterkopf. Lorenz hat auf diese Weise etwa zwanzig Hinrichtungen vollstreckt und wurde für seine fragwürdigen Verdienste später zum Major befördert. Das letzte zivile, nicht-militärische Todesurteil in der DDR wurde am 15. September 1972 an dem Kindermörder Erwin Hagedorn aus Eberswalde vollzogen. In Westdeutschland wurde am 12. Mai 1949 der 24-jährige Raubmörder Berthold Wehmeyer mit dem Fallbeil hingerichtet. Dies war die letzte von einem westdeutschen Gericht angeordnete Hinrichtung. Nur wenige Tage später, am 23. Mai 1949, wurde mit der Verkündung des Grundgesetzes die Todesstrafe in Westdeutschland abgeschaft. Ungeachtet dessen wurden auf westdeutschem Boden am 7. Juni 1951 weitere Hinrichtungen vorgenommen: Im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg wurden sieben zum Tode verurteilte deutsche Kriegsverbrecher erhängt, darunter Oswald Pohl, Otto Ohlendorf und Werner Braune. Siehe auch: Exekution, Tierprozesse, Todesstrafe

Weblinks


- [http://www.todesstrafe.de todesstrafe.de]
- [http://www.tdcj.state.tx.us/stat/deathrow.htm Todesstrafe in Texas] ! ja:刑罰の一覧 simple:Execute

Bürger

Bürger waren ursprünglich im Mittelalter Bewohner eines Burgortes, dann einer befestigten Stadt oder eines Marktortes, schließlich jedes vollberechtigte Glied einer Staatsgemeinschaft. Im übertragenen Sinne werden damit aber auch nicht-zeitverbunden die Bewohner einer Stadt oder eines staatlichen Gemeinwesens, beispielsweise in der Antike (z.B. der Polis) oder in der Moderne bezeichnet. In der mittelalterlich geprägten Verfassung einer Stadt oder eines Marktes war ein Bürger ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft, der alle Rechte und Pflichten genoss. Die übrigen Bewohner des Ortes hießen Inwohner. Diese Begriffe galten nur für Männer, Frauen konnten nach der damaligen Rechtsauffassung niemals Träger eines solchen Titels sein. Unabdingbare Voraussetzung für die Bürgerschaft war der Immobilienbesitz, genauer der Besitz eines grundsteuerpflichtigen Anwesens innerhalb der Gemeinde oder Stadt. Besitzer von kleinen Häusern, sog. Tripfhäuseln waren damit auch vom Bürgerrecht ausgeschlossen. Die Anzahl der Bürger war damit im Vergleich zur Zahl der Einwohner vergleichsweise klein. Der Titel Bürger, in alten Aufzeichnungen wie Matrikeln oft lateinisch civis genannt, war kein Titel, den man erbte oder auf Lebenszeit erhielt. Vielmehr musste er beantragt werden und wurde bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen gewährt. Diese Aufnahme in die Bürgerschaft ist im so genannten Bürgeraufnahmebuch dokumentiert worden, wobei auch eine entsprechende Gebühr fällig war. Bei Wegfall der Voraussetzung, insbesondere dem Verkauf oder Übergabe des Hauses, welches das Bürgerrecht begründete, verfiel das Bürgerrecht wieder und der Bürger kehrte auf den Status eines Inwohners zurück. Wenn also der Sohn eines Ackerbürgers das väterliche Anwesen übernahm, konnte er damit das Bürgerrecht beantragen, das damit dem Vater verloren ging. Viele Handwerker ohne Nachfolger innerhalb der Familie verpachteten ihren Betrieb an einen Inwohner, blieben aber als Eigentümer noch Bürger. Häufig verkauften sie später das Anwesen an den Pächter unter Einräumung eines Wohnrechtes. Damit kehrte sich der Status um: der neue Eigentümer erhielt das Bürgerrecht, der alte wohnte als Inwohner auf dem Anwesen. Siehe auch:
- Staatsbürger
- Untertan
- Großbürger, Kleinbürger
- Bildungsbürgertum

Weblinks


- [http://www.wappenkunde-niedersachsen.de/ Bürgerwappen] ja:市民 Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Migration Kategorie:Nationalismus Kategorie:Behörde

Gericht

Ein Gericht ist ein Organ der Rechtsprechung. Es trifft die Entscheidung über konkrete Sachverhalte.

Deutschland

Der Aufbau der staatlichen Gerichte wird durch die Gerichtsverfassung geregelt. Staatliche Gerichtsbarkeiten in der Bundesrepublik Deutschland sind die ordentliche Gerichtsbarkeit, die Arbeitsgerichtsbarkeit, die Sozialgerichtsbarkeit, die Verwaltungsgerichtsbarkeit und die Finanzgerichtsbarkeit. Ferner besteht, um die Einheit der Rechtsprechung zu wahren, der Gemeinsame Senat der obersten Gerichtshöfe, der angerufen werden kann, falls ein oberstes Bundesgericht die Absicht hat, von der Entscheidung eines anderen obersten Bundesgerichts abzuweichen. Die freiwillige Gerichtsbarkeit ist Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Die Disziplinargerichtsbarkeit und die Ehrengerichtsbarkeit werden in der Regel unter die Verwaltungsgerichtsbarkeit gefasst. Ein weiterer Spezialfall stellt die Verfassungsgerichtsbarkeit dar. Die private Gerichtsbarkeit, z. B. durch Schiedsgerichte, ist in Deutschland nicht ausgeschlossen. Spricht man vom Gerichtsaufbau, bezeichnet der Begriff "Gericht" eine Behörde (so z. B. Amtsgericht etc.). Das Gericht kann aber auch als Spruchkörper verstanden werden (z. B. Einzelrichter, Schwurgericht, Schöffengericht usw.); jedes Gericht ist dann mit mindestens einem Richter besetzt. Die Beteiligung Privater als ehrenamtliche Richter kommt im Strafverfahren vor, ferner in der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit, ggf. auch bei den Verwaltungsgerichten. Im Strafprozess heißen die ehrenamtlichen Richter Schöffen. Schöffen wirken am Amtsgericht im Schöffengericht, am Landgericht im Schwurgericht und in anderen Strafkammern mit. Welches Gericht tätig wird, bestimmt sich nach der Zuständigkeit. Welcher Spruchkörper (Einzelrichter, Kammer, Senat) zuständig ist, bestimmt sich nach dem anwendbaren Verfahrensgesetz (z.B. GVG, ZPO) und nach dem Geschäftsverteilungsplan, der von den Gerichten in eigener Verantwortung erstellt wird. Der Ablauf einer Gerichtsverhandlung ist fest geregelt.

Aufbau von Gerichten und deren Aufgaben

Schweiz

Siehe auch: Politisches_System_der_Schweiz#Judikative In der Schweiz ist die Rechtspflege kantonal geregelt. Die Organisation ist meist im sog. Gerichtsverfassungsgesetz festgelegt. Welches Gericht tätig wird, bestimmt sich nach der Zuständigkeit festgelegt im Gerichtsstandsgesetz. Welcher Spruchkörper (Einzelrichter, Abteilung, etc) zuständig ist, bestimmt sich nach dem anwendbaren Verfahrensgesetz.

Österreich

Siehe unter Gerichtsorganisation in Österreich

Historisch

Ein Gericht war in der Grafschaft Tirol seit dem Spätmittelalter eine territoriale Einheit für Justiz und Verwaltung, vergleichbar den heutigen Bezirkshauptmannschaften und Bezirksgerichten. Siehe auch: Oberes Gericht

USA

Siehe unter Gerichtsorganisation in den USA

Zitat


- "Wo Gericht, da ist auch Ungerechtigkeit." (Aus "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi - Übersetzung: Werner Bergengruen)

Siehe auch


- Kriegsgericht
- Militärgericht
- Jüngstes Gericht
- Tierprozess ! ja:裁判所

Delinquent

Delinquent (aus dem lateinischen delinquere - sich vergehen, einen Fehltritt begehen) ist ein insbesondere in der Kriminologie verwendeter Begriff, der den Ausführenden eines Delikts bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Delinquent ebenso für einen Übeltäter, Beschuldigten, Angeklagten oder verurteilten Verbrecher. Angesichts der tendenziellen Entpersonifizierung des Bezeichneten durch Verwendung eines sexusunmarkierten Wortes, findet hier der Begriff Delinquent häufig im Zusammenhang mit grausamen Strafformen wie der Todesstrafe, Hinrichtungen oder Folter Verwendung und ist in diesem Kontext als Euphemismus zu betrachten. Kategorie:Kriminologie Kategorie:Todesstrafe

Leviticus (Buch)

Das im Deutschen gewöhnlich 3. Buch Mose oder Levitikus genannte Buch heißt im Hebräischen nach den ersten Worten des Buches Wajikra (Und es rief, ויקרא) und im Griechischen und Lateinischen Levitikon bzw. Leviticus ((το) Λενιτικόν (βιβλίον), "Leviten-Buch"). Das 3. Buch Mose ist im Original in hebräischer Sprache geschrieben und ist Teil der jüdischen Tora, die im griechischen auch als Pentateuch bezeichnet wird. Im Deutschen spricht man von den "5 Büchern Mose", die den ersten Teil des alten Testaments der christlichen Bibel bilden. Im Cheder, der traditionellen Ausbildung für jüdische Jungen bis zum 13. Lebensjahr, begann das Studium der Tora mit der Lektüre des Beginns des 3. Buches Mose.

Übersicht

Das 3. Buch Mose ist als Geschichts- und Gottesdienstbuch konzipiert, und wird seit dem Mittelalter in 27 Kapitel unterteilt. Es handelt in weiten Teilen vom priesterlichen Gottesdienst im Judentum; im Christentum wird das Buch eher selten studiert und teilweise symbolisch ausgelegt. Das 3. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der Tora oder des Pentateuch. Zeitlich ist es dem 2. Buch Mose nachgeordnet. An das 3. Buch Mose schließt das 4. Buch Mose inhaltlich an. Das 5. Buch Mose stellt in mancher Hinsicht eine Zusammenfassung des 2. - 4. Buches dar, geht aber in seinen Lehren auch darüber hinaus.

Autorschaft

Das 3. Buch Mose selbst nennt keinen Autor. Der deutsche Name folgt der jüdischen und christlichen Tradition einer Autorschaft Moses, die den gesamten Pentateuch (die "5 Bücher Mose") als von Mose verfasst sieht. Diese Sichtweise wird heute nur noch von orthodoxen Juden sowie fundamentalistischen Christen vertreten. Die Frage der Autorschaft ist im Artikel zum Pentateuch ausführlicher behandelt.

Wichtige Aussagen und Themen

Hier finden sich die Opfergesetze, die Einführung des Priesterdienstes, Reinheitsvorschriften, der Große Versöhnungstag (Jom Kippur) und Gesetze für Alltag und Gottesdienst des Judentums. Die traditionelle jüdische Sichtweise versteht das gesamte Buch als ein Diktat Gottes auf dem Berg Sinai an Mose. Im Talmud wird dem Buch eine bedeutende Rolle aufgrund seiner Betonung auf den Gottesdienst beigemessen. Bekannte Personen:
- Mose
- Aaron und seine Söhne

Inhaltliche Zusammenfassung

Opfergaben (Kapitel 1-7)

Das Buch beginnt mit Vorschriften zum Darbringen unterschiedlichster Opfer (Brandopfer, Speiseopfer, Mahlopfer, Sühneopfer, Wiedergutmachungsopfer, ), die von den Priestern, Aaron und seinen Nachkommen, durchgeführt werden. Des Weiteren werden die Pflichten der Priester beschrieben.

Aarons Priesterweihe (Kapitel 8-10)

Mit der Weihe Aarons und seiner Söhne zum Priester wird der Priesterstand der Israeliten begründet. Nadab und Abihu, zwei Söhne Aarons begehen einen schweren Verstoß gegen die Opfervorschriften, und werden von Gott getötet.

Rituelle Reinheitsgebote (Kapitel 11-15)

Vorschriften zum Verzehr erlaubter Tierarten werden gegeben. Darauf folgen Angaben über die rituelle Reinheit von Menschen in verschiedenen Situationen (Geburt, Menstruation, Geschlechtsverkehr, Krankheit).

Jom Kippur (Kapitel 16)

Das alljährliche Fest zur Sündenvergebung aller Israeliten wird eingesetzt. Die Vertreibung des Sündenbocks bildet den Ursprung des jüdischen Versöhnungstages.

Vorschriften zur heiligen Lebensweise (Kapitel 17-27)

Die geheiligte Lebensweise wird zuerst durch den rechten Umgang mit dem Blut von Speise- und Opfertieren erreicht. Dies ist grundlegend, da nach jüdischer Lehre das Blut die Seele ist (Kap. 17). Ein zweiter Regelkomplex betrifft Heiratsverbote zwischen Verwandten sowie Vorschriften zum Sexualverhalten. Geschlechtsverkehr während der weiblichen Regel, Analverkehr zwischen Männern sowie der Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Tier werden streng untersagt (Kap. 18). Strafen beim Übertreten dieser Regeln sind in Kapitel 20 angegeben (i.d.R.Todesstrafe). Es folgt eine Reihe von Gesetzen zum Zusammenleben der Menschen; man findet Anklänge an die Zehn Gebote (Kap. 19) und den Satz: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Kap. 19, Vers 18) Besondere Regeln gelten für das Verhalten von Priestern, sowohl im Alltagsleben (Kap. 21) als auch in ihrer religiösen Rolle (Kap. 22). Daneben gibt es spezielle religiöse Festtage: Der Sabbat als letzter (siebter) Tag jeder Woche, Jom Kippur und das Laubhüttenfest (Kap. 23). Es folgen Vorschriften zum Tempelritus (Kap. 24) sowie Bestimmungen zum Sabbatjahr und Jubeljahr (Kap. 25). Einer abschließenden Verheißung und Verfluchung Gottes (Kap. 26) -- später oft Grundlage für Strafpredigten, daher der Ausdruck "jemandem die Leviten lesen" -- folgen Bestimmungen zu Gelübden (Kap. 27).

Siehe auch


- Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Altes Testament
- Tora
- Tanach
- Portal:Bibel

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/03.3-mose/ Das 3. Buch Mose]: Online-Version bei bibel-online.net Mose, 3. Buch Mose, 3. Buch ja:レビ記 ko:레위기 zh-min-nan:Lāi-bī-kì

Mose

)]] Mose, fälschlich oft Moses genannt (Mose, hebräisch: מֹשֶׁה Moshe, griechisch: Moyses, arabisch: Musa, jiddisch: Moische) ist ein in den 5 Büchern Mose vorkommender Prophet des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Anführer des israelischen Volkes auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten ins verheißene Land (Auszug aus Ägypten, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr.) Diese Befreiung aus der Gefangenschaft feiern die Juden jedes Jahr mit dem Pesachfest.

Bedeutung

Mose, fälschlich oft Moses genannt, ist ein in den 5 Büchern Mose vorkommender Prophet des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Anführer des israelischen Volkes auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten ins verheißene Land. Diese Befreiung aus der Gefangenschaft feiern die Juden jedes Jahr mit dem Pesachfest. Mose ist laut biblischer Tradition der Begründer der Mosaischen Religion, die sich zum Judentum weiterentwickelte. Er hat dem Gottesvolk der Juden das Gesetz Gottes bekannt gemacht. Im Islam gilt Mose (Musa) als bedeutender Prophet; besonders die Geschichte seiner Konfrontation mit dem Pharao und dessen Hofmagiern erscheint des Öfteren im Koran. Die Darstellung des Mose mit Hörnern in manchen älteren (west-)christlichen Kunstwerken geht auf einen Schreibfehler in der lateinischen Bibel zurück - cornuta, gehörnt, erscheint statt coronata, gekrönt. Die falsche Übersetzung muss Michelangelo dazu veranlasst haben, Mose mit zwei Hörnern darzustellen.

Lebenslauf (Fassung 1)

Geburt - Die wunderbare Errettung

Der Bibel zufolge war Mose ein Israelit aus dem Stamm der Leviten. Sein Vater war der Sklave Amram, seine Mutter die Sklavin Jochebed. Er hatte zwei ältere Geschwister, den Bruder Aaron und die Schwester Miriam. Mose wurde nach seiner Geburt in einem "Kästlein von Rohr" am Ufer des Nils ausgesetzt - denn der Pharao Ramses II hatte befohlen, alle männlichen Nachkommen der Hebräer aufgrund ihrer ihm bedrohlich erscheinenden Fruchtbarkeit umzubringen - und von einer ägyptischen Prinzessin gefunden. Zunächst bestellte sie Moses leibliche Mutter als Amme, später nahm sie ihn als ihren eigenen Sohn auf und nannte ihn Mose (ägyptisch: "der Sohn"; vgl auch ägyptische Königsnamen wie Ram(o)ses = Sohn des Ra und Tutmosis = Sohn der Weisheit). So wuchs er im Haushalt des Pharao auf.

Das Exil

Als junger Mann floh er ins Exil nach Midian, nachdem er einen ägyptischen Sklavenaufseher im Zorn erschlagen hatte, als dieser einen Israeliten misshandelte. Dort heiratete er Zippora, die Tochter des Priesters Jitro, eine kuschitische Frau. Sie gebar ihm zwei Söhne, Gerschom und Elieser.

Auszug aus Ägypten

Einige Jahre später hatte er eine Begegnung mit JHWH als er gerade die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Er kam am Gottesberg Horeb vorbei und erlebte, wie aus einem Dornenbusch Flammen schlugen, der Busch jedoch nicht verbrannte. JHWH gab sich zu erkennen und Mose wurde von diesem nach Ägypten zurückgesandt, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu führen. Der Pharao wollte die Menge jedoch zuerst nicht ziehen lassen, bis die von Mose prophezeiten Zehn Plagen über Ägypten gekommen waren. Hierbei war auch der Stab von Bruder Aaron von nachhaltiger Bedeutung, der sich beim Wurf auf den Boden in eine Schlange verwandelte. In der Folge zogen sie durch das auf wundersame Weise unter Beteiligung von Mose ausgetrocknete Schilfmeer während bereits kurz hinter ihnen die ihnen nacheilenden ägyptischen Truppen samt Pharao in den zurückströmenden Wassermassen ertranken.

Wüstenwanderung und die 10 Gebote

Mose wurden von JHWH auf dem Berg Sinai die 10 Gebote und die ganze Thora für sein Volk gegeben. Er führte das Volk während der Wüstenwanderzeit an, zusammen mit seinem älteren Bruder Aaron, den er zum ersten Hohepriester salbte. Hierbei kam es zu weiteren Gotteswundern, teils unter Mitwirkung von Mose, z.B. beim Freisetzen von Wasser aus einem Felsen mit einem Stock, dem Mana-Wunder, dem Wachtel-Segen sowie einer Art Heil-Segen durch das Aufrichten einer Schlange an einem Stab.

Tod und Nachfolge

Mose wurde von Jahwe wegen einer kurz zuvor begangenen Sünde verwehrt, das Land Israel selbst zu betreten; er starb kurz vor der Überquerung des Jordans auf dem Berg Nebo im Gebiet des heutigen Jordanien. Seine Nachfolge als Volksführer trat nicht einer seiner Söhne an, sondern ein Gefolgsmann und Stabsmitglied Josua aus dem Stamm Ephraim. Über das weitere Schicksal von Moses direkten Nachkommen finden sich nur zwei kurze Notizen in der Bibel: Laut dem Buch der Richter dienten einige von ihnen -- entgegen dem jüdischen Gesetz -- als Priester für den Stamm Dan, laut dem 1. Buch der Chronik verwalteten andere von ihnen in späterer Zeit die Schatzkammer des Jerusalemer Tempels.

Lebenslauf (Fassung 2)

Der Auszug (Exodus) aus Ägypten

Mose hat von JHWH den Auftrag bekommen, das Volk Israel aus Ägypten in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen. "Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, es sei denn, er werde gezwungen. Darum werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten mit all meinen Wundertaten schlagen." (2.Mos 3:19ff) Eine wichtige Rolle spielt der Bruder Moses, Aaron, der als begnadeter Redner und auch als Wundertäter bekannt ist. Einmal schleudert er vor dem Pharao einen Stab auf den Boden, der sich durch die Macht Gottes in eine Schlange verwandelt. Dies dient dazu, den Pharao vom Auszug der Israeliten zu überzeugen. (2.Mos 6:10-12) Ein anderes Mal verwandelt er mit dem selben Stab die Gewässer Ägyptens in eine stinkende, rote Flut. Bei der furchtbarsten Plage verlieren alle Ägypter, auch der Pharao, den erstgeborenen Sohn. Durch diese Zeichen umgestimmt lässt der Pharao die Israeliten endlich ziehen. Der Karawane der Israeliten umfasste laut Bibel etwa 600.000 Personen und "viel fremdes Volk", die Kinder nicht mitgezählt. (2.Mos 12:37-38) Damit sie den Weg kennen, "zieht der Herr vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten." (2.Mos 13:21) Nach anderer Lesart handelte es sich nicht um 600.000 Personen, sondern um 600 Familienverbände. Das Volk Israel ist mit seinem neuen Gott sowie auch mit Mose und seinem Bruder Aaron zunächst sehr unzufrieden. Damit es wieder zum Glauben zurückfindet, läßt Gott einige Wunder geschehen. So teilt er eine Stelle des Meeres, damit der israelische Treck durch das Meer ziehen kann, und lässt später das gewaltige Heer der ägyptischen Verfolger in den Wasserfluten untergehen. (2.Mos 14,28) Da aber nach einer Weile erneut Unzufriedenheit aufkommt, und viele daran zweifeln, es mit einem numinosen Wesen zu tun zu haben (2.Mos 15,24), lässt Gott mitten in der Wüste Manna (bekannt auch als Wüstenbrot) vom Himmel regnen. Auf dem Höhepunkt des Exodus erhält Mose von JHWH am Berg Sinai (auch Horeb genannt) die Gesetzestafel mit den zehn Geboten. Abermals wächst jedoch die Unruhe im Volk der Israeliten. Sinnenfreudige unter ihnen schmelzen allerhand Schmuck und Gold und erschaffen ein goldenes Kalb, welches ihnen als neuer göttlicher Fetisch gilt. Moses ist erbost darüber, und befielt 3000 Mann zu töten. (2.Mos 32,27ff) Später lehnen sich 250 Leviten (die die Bundeslade und die anderen heiligen Gegenstände betreuten) gegen Mose und den Herrn auf. "Feuer ging vom Herrn aus, und er verzehrte die 250 Männer." (4.Mos 16,33) Kurz vor der Ankunft im gelobten Land stellt Gott den Israeliten einen Engel als seinen Stellvertreter zur Verfügung, der die dort ansässigen Völker an einen anderen Ort bringt. Mose stirbt vor der Überquerung des Jordan, da er sich selbst einmal gegen Gott aufgelehnt hatte.

Thesen zur historischen Identität Mose

Es wird immer wieder versucht, die Person Moses mit historisch belegten Persönlichkeiten zu identifizieren. Einerseits existieren über die israelitische Geschichte in den Büchern der Thora durchaus umfangreiche Beschreibungen, andererseits finden sich auch in den Niederschriften der Ägypter auf Stein und anderen Materialien recht umfangreiche Quellen. Aus Vergleichen beider "Geschichtsschreibungen" ergeben sich dabei teils auf den ersten Blick verblüffende Entsprechungen. Die Bewertung, welche Ähnlichkeiten nun rein zufälliger Natur und welche tatsächlich Kandidaten für eine echte Entsprechung sind, ist natürlich schon aufgrund der möglichen mythologischen und religiös-symbolischen Verklärung der Erzählungen schwierig und wird wegen der tatsächlichen Verwebung jüdischer und ägyptischer Geschichte, nicht zu letzt durch die zeitweilige Besiedlung des Nil-Deltas durch die Hyksos, nicht gerade einfacher gemacht. Vorsicht ist zudem immer bei etymologischen Herleitungen und Parallelen geboten. Diese können zufällig sein. Die Forschung wird daher - nicht nur in den hier zur Debatte stehenden Bereichen - diesbezüglich immer vorsichtiger. Bei intensivem Studium der Gleichsetzungen kann man zu der Auffassung kommen, dass die Mose-Überlieferung möglicherweise eine Kondensation von mehreren, einst unabhängigen Einzelüberleiferungen der Israeliten aus ihrer Zeit in Ägypten darstellt. Konkret heisst dies, dass Begebenheiten aus dem Leben von verschiedenen herausragenden Einzelpersonen in ein Gesamtkonzept eingepasst wurden. Dadurch wurden diese Schilderungen zu der Lebensgeschichte einer so gar nicht real existenten einzelnen "Über-Person" verschmolzen; zur Geschichte eines damit höchst herausragenden, aber nurmehr rein mythischen Führers.

Amun-Masesa

Unter Historikern wird diskutiert, ob Mose auf einen rebellischen Pharao in der Zeit des Neuen Reiches zurückzuführen sein könnte. Amun-Masesa heißt der ca. im Jahr 1230 v. Chr. lebende Gegen-Pharao (ein Enkel von Ramses_II.) dessen Biographie Parallelen zur Biographie Moses, die in jüdischen Legenden beschrieben wurde, aufweist. Masesa - Mose - die Namen könnten verwandt sein. Beide Persönlichkeiten sollen sich zehn Jahre lang im Lande Kusch aufgehalten haben, beide haben eine kuschitische Frau geheiratet - und beide kehren nach Ägypten zurück, um den Pharao zu bekämpfen. Es erscheint möglich, dass dieser Gegen-Pharao im Gegensatz zum regierenden Pharao noch dem monotheistischen Glauben von Echnaton folgte, was seine Rolle als Religionsstifter für verbündete hebräische Sklavenclans plausibler macht. Wenn Masesa und Mose ein und dieselbe Person sind, dann ist eine kürzlich entdeckte Inschrift Masesas zugleich ein Beleg für die Geschichte der Bibel.

Alternative Bedeutungen

Als Moses (Schiffsjunge) wird auch das jüngste Besatzungsmitglied an Bord eines Schiffes bezeichnet, von spanisch mozo = Bursche. Vielfach wird auch das kleinste Boot (das Beiboot einer Yacht) mit Moses bezeichnet. Die ehemalige Sklavin Harriet Tubman arbeitete unter dem Decknamen Moses in der Underground Railroad.

Verfilmungen

Nach Jesus von Nazaret gilt Moses als der Charakter der Bibel, dessen Leben am häufigsten verfilmt wurde. Unter anderem wurden folgende Filme produziert:
- 1956: "Die Zehn Gebote" [ Charlton Heston ]
- 1975: "Moses - Der Gesetzgeber" [ Burt Lancaster ]
- 1996: "Die Bibel - Moses" [ Ben Kingsley ]
- 1998: "Der Prinz von Ägypten" [ Val Kilmer ]
- 2000: "Am Anfang" (Episode des Films) [ Billy Campbell ]

Literatur


- Sigmund Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion
- Richard Müller: Mose, der Knecht Gottes, Dillenburg, 2. Aufl. 1991, ISBN 3-921292-51-4
- Moshe Pearlman: Auf den Spuren des Moses, Gondrom-Verlag Bayreuth 1981, ISBN 3-8112-0231-6
- Israel Finkelstein - Neil Asher Silberman: Keine Posaunen vor Jericho. Die archäologische Wahrheit über die Bibel, München 2002, ISBN 3-406-49321-1.
- Jan Assmann: Moses der Ägypter
- Jan Assmann: Die Mosaische Unterscheidung

Weblinks


- [http://www.bautz.de/bbkl/m/mose.shtml Artikel Moses] mit Bibliographie (BBKL)
- ZDFmediathek: [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/6/0,4070,2280774-5,00.html Moses und Amun-Masesa] (Video) Kategorie:Biblische Person altes Testament Kategorie:Bibel Kategorie:Koran Kategorie:Religionsstifter Kategorie:Judentum ja:モーセ

Deuteronomium (Buch)

Das 5. Buch Mose, das auch Deuteronomium heißt, ist das fünfte Buch des Pentateuch (der Tora) oder des Alten Testaments der Bibel. Sein hebräischer Name Devarim bedeutet "Worte", und stammt aus dem ersten Begriff des Buches ("Eleh ha-devarim"). In der rabbinischen Literatur wird das Buch auch Mishneh Torah genannt.

Deuteronomium

Die Bezeichnung "Deuteronomium" (lat. zweite Gesetzgebung) entstammt der Vulgata, und kommt von der Septuaginta (Δευτερονόμιον). Sie basiert auf einer fehlerhaften Übertragung des Begriffs mishnah ha-torah ha-zot (Kap. 17, Vers 18), welcher grammatisch nur eine Wiederholung (d. h. Kopie) dieses Gesetzes bedeuten kann, welches aber in der Septuaginta als τὸ Δευτερονόμιον τοῦτο, diese Wiederholung des Gesetzes wiedergegeben ist. Obwohl der Name auf einer Fehlübersetzung basiert, ist er nicht unangemessen, da das 5. Buch Mose in der Tat weite Teile der im 2. Buch Mose enthaltenen Gesetzestexte wiederholt.

Inhalt des Buchs

Das 5. Buch Mose besteht im Wesentlichen aus drei Ausführungen, die Mose kurz vor seinem Tode an die Israeliten richtete. Ort der Handlung ist die Ebene von Moab, Zeit der Handlung ist der elfte Monat im letzten Jahr der israelitischen Wanderung. Inhaltlich steht das Buch parallel zum 2. Buch Mose, dem 3. Buch Mose und dem 4. Buch Mose. Die erste Ausführung (Kap. 1 bis 4) blickt auf die bedeutendsten Ereignisse der letzten 40 Jahre der Wüstenwanderung zurück. Der Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes wird als wichtig herausgestellt, und vor den Gefahren, den Gott der Väter zu verlassen, wird gewarnt. Die zweite Ausführung (Kap. 5 bis 26) stellt den Hauptteil des Buches dar, und wird manchmal in zwei Teile (Kap. 5 bis 11 sowie Kap. 12 bis 26) unterteilt. Der erste Teil enthält eine Wiederholung der Zehn Gebote (mit leichten Änderungen am Text), der zweite Teil befasst sich mit Regeln, die das Leben im verheißenen Land Kanaan betreffen. Kapitel 20 enthält die Kriegsgesetze. Die abschließende Ausführung (Kap. 27 bis 30) befasst sich mit den Konsequenzen, die aus dem Übertreten der Gebote folgen sowie dem Lohn des Gehorsams. Mit einer Erneuerung des Bundes zwischen Gott und den Israeliten sowie der Benennung Josuas zu seinem Nachfolger schließt das Buch. Es folgen drei kurze Anhänge: # Ein Lied, das Mose auf Gottes Anweisung verfasst hatte (32:1-47). # Segenssprüche für die Stämme Israels (Kap. 33). # Der Bericht von Moses Tod (32:48-52) und Beisetzung (Kap. 34). Inhaltlich folgt das Buch Josua auf das 5. Buch Mose.

Kernaussagen

Das Deuteronomium hat im Wesentlichen zwei Ziele. Das sogenannte Hauptgebot des Deuteronomium will die Ausschließlichkeit der Jahwe-Verehrung (Monotheismus) sicherstellen. Das Grundgebot des Deuteronomium hingegen verlangt die Zentralisation des Kultes am Tempel in Jerusalem.

Bekannte Einzelheiten


- Abgabe des Zehnten
- Das Erlassjahr
- Asyl

Betrachtungen zum Text

Das 5. Buch Mose setzt sich in Stil, Methode und Ausdrucksweise derart von den übrigen Büchern der Tora ab, dass sein Ursprung einer eigenständigen Schule zugeschrieben wird. Insbesondere die Tatsache, dass im Buch selbst von einem eigenständigen Gesetz gesprochen wird (Kap. 1, Vers 5; Kap. 27, Vers 3; Kap. 8 Vers 26; Kap 31, Vers 26), spricht für eine Entstehung, die separat von den vier vorhergehenden Büchern anzusetzen ist. Daneben sind auch eine Reihe von inhaltlichen Unterschieden zwischen diesem und den drei vorhergehenden Büchern (2.-4. Buch Mose) zu beobachten: Die Gesetze zeigen einige Unterschiede, und die Rolle der Priesterschaft (Aaroniten) gegenüber der des Stammes Levi (Leviten) wird abweichend dargestellt.

Traditionelle jüdische Sichtweisen

Der Talmud behandelt die dargestellten Ungereimtheiten unter der Annahme, dass der ganze Pentateuch aus der Feder Moses entstanden sei, und kommt zu dem Schluss, dass einiges (etwa der Bericht von Moses Tod und Beisetzung) wahrscheinlich später von Moses Nachfolger Josua hinzugefügt sei. Eine Autorschaft Moses wird von der traditionellen Lehrmeinung folgendermaßen begründet:
- Im Buch selbst wird die Autorschaft Moses explizit genannt (Kap. 1, Vers 1; Kap. 29, Vers 1; Kap. 31, Vers 1).
- Spätere Bücher beziehen sich auf das 5. Buch Mose, und bestätigen dadurch, dass jenes älter ist. (Buch Josua Kap 8, Vers 31; 1. Buch der Könige Kap. 2, Vers 9; 1. Buch der Könige Kap. 14, Vers 6; 2. Buch der Chronik Kap. 23, Vers 18; Kap. 25, Vers 4; Kap. 34, Vers 14; Buch Esra Kap. 3, Vers 2; Kap. 7, Vers 6; Buch Nehemia Kap. 8, Vers 1; Buch Daniel Kap. 9, Vers 11 und 13.)
- Orthodoxe Juden sehen Moses Autorschaft im Mischna und Talmud bestätigt.
- Christen sehen Moses Autorschaft im neuen Testament bestätigt. (Evangelium nach Matthäus Kap. 19, Vers 7 und 8; Evangelium nach Markus Kap. 10, Vers 3 und 4; Evangelium nach Johannes Kap. 5, Vers 46 und 47; Apostelgeschichte Kap. 3, Vers 22; Kap. 7, Vers 37; Römerbrief Kap. 10, Vers 19.)

Abweichungen von der Tradition

Seit dem Mittelalter wurde dann auch die Möglichkeit diskutiert (z.B. von Isaac Abravanel), dass das 5. Buch Mose einen anderen Autoren als die anderen Bücher des Pentateuch habe, und später entstanden sei. Die spätere Entstehung wird nach biblischen Quellen folgendermaßen begründet: Am Ende des 2. Buch der Könige wird von religiösen Reformen unter König Josia berichtet. Während dieser Periode findet der Hohepriester Hilkia bei Umbauarbeiten im Tempel eine Schriftrolle der Tora. Insbesondere die zentrale Rolle Jerusalems im jüdischen Kultus, die von Josias Reformen betont wurde, ist im Pentateuch nur im 5. Buch Mose zu finden (nicht namentlich, sondern als "der Ort, den der Herr erwählen wird"). Die sonst unbekannte Prophetin Hulda bestätigt die Authentizität des Buches. Hiernach wird Jerusalem Zentrum des Kultus, und die Lesung des Buches durch den König (ebenfalls nur im 5. Buch Mose zu finden) Teil der Pilgerfahrt am Laubhüttenfest. Während die traditionelle Lehrmeinung diese verlorene Schriftrolle mit einem von Mose verfassten Text oder mit dem gesamten Pentateuch identifiziert, der nur während der Herrschaft der vorhergegangenen Jahwe-feindlichen Könige in Vergessenheit geraten war, sehen modernere Ansichten eine spätere Entstehung zur Untermauerung der politischen und religiösen Reformen als wahrscheinlicher an. Demnach wäre sie unter Federführung einer königstreuen, in religiösen Dingen der Staatsräson zuneigenden Partei der Priesterschaft unter Berücksichtigung existierender Traditionen entstanden (und von den Schreibern auch nicht als 'Fälschung', sondern als Formalisierung ihres Ritus verstanden worden).

Moderne Sichtweise

Außerhalb jüdisch-orthodoxer und christlich-fundamentalistischer Kreise wird heute eine Autorschaft Moses fast einmütig ausgeschlossen. Die vorherrschende Sichtweise ist, dass das 5. Buch Mose einige Jahrhunderte nach der Zeit Moses entstanden sei. Zur genauen Entstehung finden sich verschiedene Hypothesen, die im Zusammenhang mit der gesamten Entstehung des Pentateuch formuliert werden.

Siehe auch


- Portal:Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Altes Testament
- Bibelstudium

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/05.5-mose/ Das 5. Buch Mose]: Online-Version bei bibel-online.net Mose, 5. Buch Mose, 5. Buch ja:申命記 ko:신명기 zh-min-nan:Sin-bēng-kì th:พระราชบัญญัติ

Exodus (Buch)

Das Sefer Schemot, hebräisch für "Buch der Namen", das im Deutschen gewöhnlich 2. Buch Mose oder Exodus genannt wird, heißt im Hebräischen nach den ersten Worten des Buches Schemot ("Die Namen", שמות) und im Griechischen Exodos (Εξοδος) und Lateinischen Exodus, beides bedeutet soviel wie "Auszug". Es ist das 2. Buch der Bibel. Das Sefer Schemot ist im Original in hebräischer Sprache geschrieben und ist Teil der jüdischen Tora, griechisch Pentateuch. Im Deutschen spricht man von den "5 Büchern Mose", die den ersten Teil des alten Testaments der christlichen Bibel bilden.

Übersicht

Das 2. Buch Mose ist als Geschichtsbuch konzipiert, und wird seit dem Mittelalter in 40 Kapitel unterteilt. Es handelt vom Auszug der Israeliten aus Ägypten unter der Führung des Mose auf dem Weg in das gelobte Land, Kanaan. Das Buch setzt mit der Geburt Moses ein, und beschreibt aufkommende Konflikte zwischen Israeliten und Ägyptern. Der Auszug kann erst beginnen, nachdem Ägypten von den Zehn Plagen heimgesucht ist. Die folgende Flucht führt durch das trockenfallende Rote Meer auf die Wüste des Sinai, wo Gott am Berg Sinai die Zehn Gebote offenbart. Es folgt der Bund Gottes mit dem Volk Israel, bei dem die Rolle Aarons, des älteren Bruders Moses, an Bedeutung gewinnt. Es werden die Bundesgesetze aufgestellt, die das Volk Israel als eine Theokratie unter einer Priesterschaft einrichten. Als Zeichen dieses Bundes werden die Bundeslade, ein Holzkasten mit Steintafeln darin auf denen die Zehn Gebote eingeschrieben sind, und ein transportabler Zelt-Tempel vom Tross als Heiligtum mitgeführt. Das Tempelzelt, dessen Konstruktion sehr detailliert beschrieben wird, stellt die erste Form des israelitischen Tempels dar. Das 2. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der Tora oder des Pentateuch. Zeitlich ist es dem 1. Buch Mose nachgeordnet. An das 2. Buch Mose schließen das 3. und 4. Buch Mose inhaltlich an. Das 5. Buch Mose stellt in mancher Hinsicht eine Zusammenfassung des 2. - 4. Buches dar, geht aber in seinen Lehren auch darüber hinaus.

Autorschaft

Das 2. Buch Mose selbst nennt keinen Autor. Der deutsche Name folgt der jüdischen und christlichen Tradition einer Autorschaft Moses, die den gesamten Pentateuch (die "5 Bücher Mose") als von Mose verfasst sieht. Diese Sichtweise wird heute nur noch von orthodoxen Juden sowie einem Teil der Christen vertreten. Die Frage der Autorschaft ist im Artikel zum Pentateuch ausführlicher behandelt.

Wichtige Aussagen und Themen

Zentrales Thema des Buches ist der Bund Gottes mit dem Volk Israel. Mehrfach findet sich das Motiv des oder der zweifelnden Menschen, der Abfall von Gott, die Rückkehr zu Gott und die Bestrafung oder Vergebung durch Gott mit Erneuerung oder Bestätigung des geschlossenen Bundes. Gleichzeitig ist die Rolle des Volks Israel in der Beziehung zu seinem Jahwe genannten Gott von Bedeutung. Letztlich gibt das 2. Buch Mose die Rechtfertigung für den Anspruch des jüdischen Volkes auf sein Land. Gleichzeitig führt die jüdische Religion viele ihrer grundlegenden Glaubensinhalte auf Offenbarungen Gottes zurück, die im 2. Buch Mose zu finden sind. Im Christentum gilt der Auszug aus Ägypten als wichtigstes Bild für den Abschied von der Sklaverei der Sünden, der unter der Führung Christi möglich wird. Zentrale Ereignisse sind:
- Gott offenbart sich Mose im Brennenden Dornbusch,
- die Offenbarung des Jahwe-Namens,
- die Stiftung des Pesach,
- die Zehn Gebote und
- das Goldene Kalb. Anmerkungen zum Gottesnamen: Die Aussprache des Gottesnamen ist nicht klar überliefert. da das hebräische ursprünglich nur aus Konsonanten bestand. Die genaue Konsonantenfolge nach dem hebräischen Text ist:JHWH. Aus Ehrfurcht vor Gott sprachen die Juden den Gottesnamen JHWH selten aus, und benutzten lieber die Bezeichnung: Adonai (hebr:mein Herr).

Inhaltliche Zusammenfassung

Die Israeliten in Ägypten und Mose Geburt und Auftrag (Kapitel 1-4)

Die Israeliten leben als Landarbeiter und Sklaven in Ägypten, und sind im Wesentlichen rechtlos. Der Säugling einer levitischen israelitischen Familie wird in einem Schilfkorb im Nil ausgesetzt um ihn vor der vom Pharao angeordneten Tötung der männlichen israelitischen Kinder zu bewahren. Er wird von einer Tochter des Pharao gefunden und aus Mitleid unter dem Namen Mose adoptiert. Zum Stillen wird gerade seine leibliche Mutter als Amme bestimmt. Mose wächst unter den Ägyptern auf, fühlt sich aber als Hebräer. Nachdem er einen Ägypter erschlagen hat, der einen Hebräer bedrohte, flieht er aus dem Land, und heiratet Zippora, die Tochter des midianitischen Priesters Jetro. Hier offenbart sich ihm Jahwe im brennenden Dornbusch, der Gott Israels, und teilt Mose seinen Rettungsplan für das Volk Israel mit: Mose soll nach Ägypten zurückkehren, die Israeliten von dort herausführen, und sein älterer Bruder Aaron soll sein Sprecher sein.

Mose und Aaron vor dem Pharao: Die Zehn Plagen (Kapitel 5-13)

Der Bitte Moses und Aarons, die Israeliten ziehen zu lassen, begegnet der Pharao mit einer Erhöhung der Zwangsarbeit. Daraufhin sucht Gott die Ägypter zuerst durch neun Plagen heim, um den Pharao zum Ziehenlassen der Israeliten zu bewegen: #Das Nilwasser wird zu Blut; #Frösche wimmeln im Land; #Mücken plagen Mensch und Tier; #Stechfliegen plagen Mensch und Tier; #Eine Seuche rafft das Vieh dahin; #Bei Mensch und Vieh brechen Geschwüre auf; #Hagelstürme verwüsten das Land; #Heuschrecken fressen das Land kahl; #Drei Tage herrscht Dunkelheit im Land; Obwohl von den immer bedrohlicher werdenden Plagen erschrocken, gewährt der Pharao den Auszug der Israeliten nicht. Erst die letzte, zehnte, Plage, der Tod aller männlichen Erstgeborenen der Ägypter, überzeugt den Pharao, die Israeliten ziehen zu lassen. Das jüdische Passahfest, dessen Vorschriften hier dargelegt werden, erinnert an das Verschonen der Erstgeborenen der Israeliten.

Verfolgung der Israeliten und Durchquerung des Roten Meeres (Kapitel 13-15)

Die Israeliten brechen von Sukkot zum Schilfmeer (dem Roten Meer oder einem nahegelegenen See) auf, und werden vom ägyptischen Heer verfolgt, da der Pharao die Erlaubnis zum Auszug bereut. Der Furcht der Israeliten begegnet ihr Gott mit der Trockenlegung des Schilfmeeres, wodurch ihnen ein Fluchtweg eröffnet wird. Die verfolgenden Ägypter ertrinken in den wieder einfallenden Wassermassen. Es folgt ein Lobgesang der Geretteten.

Durch die Wüste (Kapitel 16-18)

Von Elim am Schilfmeer brechen die Israeliten durch die Wüste Sin zum Sinai auf; in der Wüste wird der wegen Hunger murrende Wanderzug auf wunderbare Weise versorgt (Wachteln, Manna). Das beim Lager Rifidim mangelnde Wasser wird ebenfalls durch ein Gotteswunder beigebracht. Auch Kriegshandlungen gegen Amalek werden mit göttlicher Hilfe gewonnen. Hier wird Mose auch mit seiner Frau und seinen Kindern wieder vereint!

Am Sinai: Die Zehn Gebote und die Bundesgesetze (Kapitel 19-23)

Die Israeliten erreichen den Berg Sinai, den Mose erklimmt und dort seinem Gott begegnet. Gottes Absicht, mit den Israeliten einen Bund zu schließen, der sie zu seinem auserwählten, heiligen Volk macht, das er segnen wird, wird von den Israeliten freudig akzeptiert. Nur Mose und Aaron erhalten die Erlaubnis, Gott auf dem Berg Sinai zu begegnen, wo die Zehn Gebote verkündet werden. Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Gesetzgebung, die konkret das zivile Leben der Israeliten als Gottes ausgewähltem Volk regeln soll. Nach diesen Verkündigungen begibt sich Mose wieder zu den Israeliten, um ihnen die von Gott erlassenen Gesetze mitzuteilen.

Die Steintafeln der Gebote, die Bundeslade, Priesterstand und Altaropfer (Kapitel 24-31)

Mose steigt wieder auf den Berg Sinai, um von Gott die Zehn Gebote, in Stein gemeißelt, entgegenzunehmen. Zusätzlich wird der Bau der Bundeslade und des Tempelzeltes, des Heiligtums der Israeliten, sowie die dabei zu beachtenden Vorschriften bekanntgemacht. Aaron und seine Nachkommen sollen den Priesterstand der Israeliten darstellen, und Vorschriften zum Darbringen der Opfer auf dem Altar werden gegeben. Zum Schluss händigt Gott Mose die von ihm eigenhändig beschriebenen Steintafeln mit den Zehn Geboten aus.

Das goldene Kalb (Kapitel 32-34)

Während Mose auf dem Berg Sinai weilt, werden die Israeliten ungeduldig und verlangen von Aaron, einen materiellen Gott zu machen. Aaron sammelt Gold und stellt ein Goldenes Kalb her, welches er und die Israeliten anbeten. Gott teilt Mose den Abfall der Israeliten mit und kündigt an sie zu töten, doch Mose bittet um Nachsicht, die Gott schließlich gewährt. Als Mose im Lager ankommt, zerbricht er im Zorn die Steintafeln und zerstört das Goldene Kalb. Die Leviten erweisen sich als Gott getreu und erhalten von Mose den Auftrag, die männlichen abtrünnigen Verwandten mit dem Schwert umzubringen. Danach begibt sich Mose wieder auf den Berg Sinai, um Gott gnädig zu stimmen. Er erhält Vergebung, neue Steintafeln sowie erneute Verheißung und weitere Vorschriften und Gesetze für die Israeliten.

Errichten der Bundeslade und des Zelttempels (Kapitel 35-40)

Nach seiner Rückkehr versammelt Mose die Israeliten, und teilt ihnen Gottes Weisungen mit. Danach werden die Bundeslade, der Zelttempel sowie der Altar errichtet und Aaron als Priester gesegnet. Diese Kapitel enthalten in weiten Teilen eine Wiederholung der in Kapitel 24-31 gegebenen Vorschriften.

Zitate


- Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst. (Kapitel 19 Vers 18)
- Auge für Auge, Zahn für Zahn bzw. Auge um Auge, Zahn um Zahn (Kapitel 21 Vers 24)

Historische Genauigkeit

Das 2. Buch Mose spricht von etwa 600.000 erwachsenen Männern, die aus Ägypten auszogen, plus Frauen und Kindern. Diese Zahl wurde in der Vergangenheit unkritisch als historische Begebenheit akzeptiert. Archäologische Hinweise auf derartig große Bevölkerungsbewegungen im Sinaigebiet oder eine Einwanderung nach Kanaan liegen aber nicht vor; in Kanaan lebten zu jener Zeit nur 50.000 bis 100.000 Menschen. Viele Forscher gehen daher von einer viel kleineren Auswanderung aus, die auch noch gar nicht alle zwölf Stämme umfasste.

References


- W. F. Albright "From the Stone Age to Christianity" (2nd ed.) Doubleday/Anchor
- W. F. Albright "Archaeology and the Religion of Israel" (5th ed.) 1969, Doubleday/Anchor
- "Encyclopaedia Judaica", Keter Publishing, entry on "Population", volume 13, column 866.
- Y. Shiloh, "The Population of Iron Age Palestine in the Light of a Sample Analysis of Urban Plans, Areas and Population Density." Bulletin of the American Schools of Oriental Research (BASOR), 1980, 239:25-35
- "Exploring Exodus: The Origins of Biblical Israel" Nahum Sarna, Shocken Books, 1986 (first edition), 1996 (reprint edition), chapter 5, "Six hundred thousand men on foot".
- "[http://www.infidels.org/library/magazines/tsr/1995/1/1num95.html Those Amazing Biblical Numbers: Taking Stock of the Armies of Ancient Israel]" William Sierichs, Jr.
- "The Rise of Ancient Israel : Symposium at the Smithsonian Institution October 26, 1991" by Hershel Shanks, William G. Dever, Baruch Halpern and P. Kyle McCarter, Biblical Archaeological Society, 1992.

Siehe auch


- Portal:Bibel
- Bibelstudium
- Liste der Bücher der Bibel

Weblinks


- [http://www.bibel-online.net/buch/02.2-mose/ Das 2. Buch Mose]: - Online-Version bei bibel-online.net ja:出エジプト記 Kategorie:Heilige Schrift (Judentum) Mose, 2. Buch Mose, 2. Buch

Kaiser

Kaiser ist einer der höchsten Adelstitel. Das deutsche Wort Kaiser leitet sich wie auch das russische bzw. slawische Zar von dem lateinischen Eigennamen Caesar - nach dem römischen Staatsmann Gaius Julius Caesar - ab (Caesar wurde in der Antike wie "Kaisar", nicht "Zäsar", ausgesprochen) und bezeichnete in Europa die ranghöchsten Monarchen. Analog dazu wurde der Titel Kaiser später auch auf die Herrscher Persiens, Äthiopiens, Chinas, Japans, Koreas und Annams (Vietnams) angewandt und 1878 auch von den Königen Englands in ihrer Funktion als Herrscher Indiens angenommen. Der Kaisertitel wurde in der Regel nur solchen Monarchen zugestanden, die eine übernationale Herrschaft ausübten.

Die Entwicklung des europäischen Kaisertitels

Indien Der Wandel des Eigennamens Caesar zum Herrschertitel erfolgte in einem fast 100 Jahre dauernden Prozess vom Tod Gaius Julius Caesars 44 v. Chr. bis zum Amtsantritt des Kaisers Claudius im Jahr 41. Zur vollen römischen Herrschertitulatur gehörten seit Augustus die drei Bestandteile Imperator, Caesar und Augustus. Seit Beginn des europäischen Mittelalters wurde, je nach Epoche und Sprachgebiet einer dieser Titel zur Bezeichnung der höchsten Herrscherwürde verwandt. Die meisten germanischen Sprachen übernahmen die griechische Form von Caesar, Kaisaros. Daraus entwickelte sich das deutsche Wort Kaiser. In den romanischen Sprachen bezeichnet dagegen ein von Imperator entlehntes Wort den Kaiser, etwa das italienische imperatore oder das französische empereur, auf das auch das englische emperor zurückgeht. Auch im albanischen Wort mbret für "König" ist noch der Imperator zu erkennen.

Entstehung des Kaisertitels im antiken Rom

Nachdem Gaius Julius Caesar in den Jahren 49-45 v. Chr. im Bürgerkrieg die Alleinherrschaft über Rom errungen hatte, wagte er es nicht, sich den bei den Römern verpönten Königstitel zuzulegen. Da die frühe Römische Republik aber für Notzeiten das außerordentliche Amt des Diktators gekannt hatte, ließ sich Caesar vom Senat zum Dictator perpetuus ("Diktator auf Lebenszeit") wählen. Zudem trug er den Titel Imperator, der sich von dem Begriff imperium herleitete und ursprünglich die militärische Befehlsgewalt über eine Legion bezeichnete. Zur Zeit der Republik konnte jeder Befehlshaber einer Legion von seinen Truppen zum Imperator ausgerufen werden. Später blieb der Titel allein den Kaisern vorbehalten. Er bezeichnete die tatsächliche Quelle ihrer Macht, die Militärgewalt. Als erster Kaiser der Geschichte gilt aber nicht Caesar, sondern sein Großneffe Gaius Octavius, der spätere Augustus. Dieser nahm nach Caesars Ermordung 44 v. Chr. dessen Namen an, da der Diktator ihn testamentarisch adoptiert hatte. Er nannte sich von 42 v. Chr. bis 38 v. Chr. Gaius Iulius divi filius Caesar (also "Sohn des vergöttlichten Gaius Iulius Caesar"), dann bis 27 v. Chr. Imperator Caesar divi filius mit dem Beinamen Octavian. Nachdem auch er alle Konkurrenten um die Macht ausgeschaltet hatte, verschleierte er seine faktisch königsgleiche Stellung durch den bescheiden klingenden Titel princeps, der zuvor als princeps senatuus den "Ersten des Senats", als einen Ersten unter Gleichen bezeichnet hatte, nun aber als "Ersten Bürger" verstanden wurde. Aus diesem Titel gingen der französische und englische prince und das italienische principe hervor, die alle "Fürst" bedeuten, und daraus wiederum das deutsche "Prinz". Für die angebliche "Wiederherstellung der Republik" verlieh der Senat Octavian 27 v. Chr. den Ehrentitel Augustus, der "Erhabene", unter dem er in die Geschichte eingegangen ist. Nicht nur seine Beinamen Caesar und Augustus sowie sein Titel Imperator, sondern auch seine Staatsämter, die höchsten in Rom, wurden in seiner Familie erblich, so dass der Prinzipat de facto eine Monarchie darstellte. Seit Kaiser Claudius wurde der Name Caesar endgültig zum Bestandteil der römischen Herrschertitulatur. In der Spätantike wandelte sich die Bedeutung des Titels Augustus. Seit der Tetrarchie Kaiser Diokletians existierten teils zwei Augusti, also Seniorkaiser, denen jeweils ein eigener Herrschaftsbereich unterstand. Seit Valentinian I. herrschte ein Kaiser im Westen, ein anderer im Osten. Diese Entwicklung wurde nach dem Tod Theodosius' I. endgültig.

Sonderbedeutungen des Titels "Caesar"

Seit der Zeit von Kaiser Hadrian wurde der Titel Caesar auf den designierten Nachfolger des Herrschers angewendet. Die Reichsreform unter Kaiser Diokletian sah eine Vierherrschaft (Tetrarchie) von jeweils zwei Seniorkaiser (Augusti) und zwei diesen untergeordneten Juniorkaisern (Caesares) vor. Valentinian I. erhob seinen Sohn Gratian gleich zum Augustus. Im byzantinischen Reich blieb Caesar Teil der offiziellen Kaisertitulatur bis Justinian II.. Anschließend taucht er weiterhin als besonderer Ehrentitel auf, fast ausschließlich innerhalb der kaiserlichen Familie. Unter Alexios I. Komnenos verliert der Titel diese Bedeutung und wird s